Eisenfertigwaren.
Unsere Eisenfertigwaren- Industrie ist gut mit derHälfte ihrer Erzeugung — in manchen Branchen sogar mit er-heblich mehr — auf die Ausfuhr angewiesen. Von unserer1928er Gesamtausfuhr von Eisen und Eisenwaren (ohneMaschinen und Fahrzeuge) im Werte von 1601 Mill. RM.entfielen 660 Mill. auf die Eisen schafsende und 940 Mill. RM.auf die Eisen verarbeitende Industrie. Sie hat überaus schwerunter den so stark erhöhten oder neu eingeführten Schutzzöllendes Auslandes gelitten. Vor allem ist der Absatz nach England durch die 33^prozentigen Wertzölle zurückgegangen, ebenso dernach Australien und Kanada, die den englischen Eisenwareneine außerordentliche Zollbevorzugung gewähren; desgleichennach den Vereinigten Staaten , die ihre Zölle enorm erhöhthaben. Vis auf gewisse hochqualifizierte Markenartikel sind diebei der Ausfuhr zu erzielenden Preise so gedrückt, daß sie meistkeinen Gewinn oder doch nur einen völlig ungenügenden übriglassen. Dazu trägt freilich nicht selten auch das Bestreben bei,unter allen Umständen Aufträge hereinzunehmen, um nur einiger-maßen beschäftigt zu sein und die Generalkosten auf einegrößere Produktion zu verteilen, was zu gegenseitigen Unter-bietungen führt. Einem Unternehmen nach dem andern gehtdabei der Atem aus; es kommt zum Erliegen. Vei der Liquida-tion oder dem Konkurs Pflegen die Gläubiger sehr schlecht weg-zukommen. Mit jeder Lohnerhöhung werden die Verhältnisseschlechter, da die Selbstkosten steigen und höhere Preise meistnicht hereinzubringen sind.
Werftindustrie.Ueberaus ungünstig liegen die Verhältnisse in der deutschenWerftindustrie. Eine nach der andern unserer Seeschiffs-werften geht dem Ruin entgegen; zahlreiche derselben mit alt-berühmten Namen (Stettiner und Hamburger Vulkan, Nüscke,Tecklenborg, Seebeck usw.) sind bereits eingegangen. Werfendoch bei Schiffsbauten, die bis zur Fertigstellung Jahre er-fordern, die häufigen unberechenbaren Lohnforderungen jede
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