erhöht worden, wodurch die Kaustraft der Arbeitnehmer um rund8 Milliarden M. gesteigert worden ist! Die Groß- wie dieKleinhandelspreise für Vaumwollwaren sind seit geraumer Zeitrückgängig. Die starke Zunahme der Sparkasseneinlagen — alleinim März eine Zunahme von 173 Mill. NM. — beweist, daßes den beschäftigten Arbeitnehmern nicht an Kauskraft fehlt. Soerfreulich diese Spartätigkeit und die damit verbundene Kapital-bildung auch ist, so beweist sie doch, daß bei den Sparenden einBedürfnis zur Neuanschaffung von im Krieg und Inflations-zeit aufgebrauchten Beständen nicht mehr besteht, während dasStocken des Inlandsabsatzes ergibt, daß dieschlechte Lage weiter anderer Vevölkerungs-kreisediesennichtdieDeckungihresdringendnotwendigen Bedarfs erlaubt. Dahin gehört nahe-zu die ganze deutsche Landwirtschaft, gehören weitesteKreise des Mittelstandes, gehören schließlich die Arbeits-losen und Kurzarbeiter. Gerade an einem so ausge-sprochenen Konsumartikel wie Vaumwoll-waren ergibt sich drastisch das Irrige derTheorie: die Steigerung der Löhne erhöhedie Kaufkraft der Bevölkerung, belebe denAbsatz und bringe damit den UnternehmungenvolleVeschäftigung.
Wenn England seine beherrschende Stellung in der Textil-industrie verloren hat, so weit weniger deshalb, weil andereStaaten eine eigene Industrie entwickelt haben, als vielmehr,weil es mit der Verdoppelung der Textilarbeiterlöhne gegendie Vorkriegszeit seine Produktionskosten zu stark verteuerthat und die Gewerkschaften deren Abbau verhindern, wennsie auch seit Iahren Lohnerhöhungen nicht mehr verlangt haben.Frankreich, Belgien, die Tschechoslowakei, Italien haben Textil-arbeiterlöhne, die noch nicht die Hälfte der englischen ausmachenund 35—40 v. H. unter den deutschen stehen. Die großenLohnerhöhungen, die 1 928 durch Schlichter-sprüche der deutschen Textilindustrie auf-gezwungen worden sind, wirken sich jetzt
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