Importe aus
Jahr
Exporte nach
Uberschuß de:
Deutschland
Deutschland
Exportziffern
(I n 1000 Pfund gerechnet):
40165
1899
53 697
Plus 13 532
42 875
1900
53 994
11119
41 756
1901
50 004
8248
43 837
1902
47 372
3 535
46131
1903
58039
11 908
60 228
1904
63 302
3 074
65 792
1905
61 608
Minus 4 184
70 990
1906
70 672
318
78 077
1907
84 377
Plus 6 300
68857
1908
74 796
5 938
72 598
1909
81 928
9 330
82119
1910
95160
13 041
87 429
1911
96 540
9111
95 522
1912
101 514
5 992
107 301
1913
109 739
2 438
Wir müssen hierbei bedenken, daß in diesen Ziffern natürlich diegewaltigen Rohstoff Importe stecken, deren Deutschland bedarf, um seineSchornsteine zum Rauchen zu bringen, und wir müssen bedenken, daß inden zu Stoffen verarbeiteten Rohmaterialien ein größerer Verdienststeckt, so daß aus der anscheinenden Passivität (dem Uberschuß derEinfuhr über die Ausfuhr) nicht etwa hervorgeht, daß Deutschland derVerlustträger war, sondern wir wissen im Gegenteil, daß Deutschland in den obigen Jahren sich eines ständig wachsenden Wohlstandes erfreute.Die Höhe der Importe ist der beste Gradmesser für das Wohlergeheneines Landes. Je mehr wir einführen können, um so größer ist unserReichtum, unser Einko mmen.
Je größer die Industrie eines Landes, umso größer auch die Einfuhrvon Fertigwaren. Kein Land kann sich selbst genügen, weder in Roh-stoffen noch in Fertigwaren. Weder selbst kann Nordamerika alle Roh-stoffe auf seinem Boden hervorbringen, noch kann England in seinemWeltreich der Rohstoffe anderer Nationen, noch der Fertigwaren fremderVölker entbehren. Wir in Deutschland können am besten sehen, daßwir nicht auf uns selbst gestellt leben können, denn es wäre doch einUnding, wenn z. B. Oberschlesien sich von den an Polen gefallenenKohlengruben keine Kohlen liefern lassen wollte, um sie statt dessen ausWestfalen zu beziehen.
Wenn wir uns aber die obigen Positionen ansehen, so können wir docherkennen, daß es sich nicht um sogenannte Luxusimporte handelt,sondern um zum Teil unentbehrliche Rohstoffe. Garn jeder Art istein Material, das unsere Weber nicht entbehren können. Unsere Textil-fabriken müssen Leinen, Hanf und Woll- sowie Baumwollgarn beziehen,und der Einfluß der deutschen Spinner muß sehr groß sein, wenn esihnen möglich ist, in den neuen deutschen Tarif Sätze für einzuführendesGarn zu bringen, die um rund 100% über den früheren Zollsätzen liegen.