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Die wirthschaftliche Krisis / von Wilhelm Oechelhaeuser
Entstehung
Seite
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Gesammt-Arbeit zusammenfallen. Das Eine bedingt das Andere;Gleicbmässigkeit der Vertheilung und absolute Höbe der Werth-erzeugung stehen in einer natürlichen Wechselwirkung. Was dasEine stört, stört auch das Andere; man kann daher auch von demEinen auf das Andere schliessen, was von grosser Wichtigkeit fürdie Forschung ist, um auf indirectem Wege fictive Resultate vonwirklichen zu unterscheiden.

Auf dem Boden des modernen Rechtsstaates, und abgesehendavon, was die Gesetzgebung für Hebung der wirthschaftlichen Kräftenoch weiter zu thun vermag, bedarf es nur Einer Voraussetzung fürdie Entfaltung der höchsten wirthschaftlichen Bliithe, also der höch-sten Gütererzeugung hei gleichmässigster Gewinn vertheilung, nämlich:Ruhe und Frieden, Abwesenheit störender Einflüsse vonAussen, Vertrauen in die Zukunft.

Die Erzeugung wirthscliaftlicher Wertlie hat bestimmte Grenzen,Uber die sie nicht hinausgehen kann, in den disponiblen Arbeits-kräften und Capitalien, d. h. den Producten früherer Arbeit. Dasideale Ziel, dass nämlich sämmtliche Arbeitskräfte und sämmtlicheCapitalien, und zwar in der für die höchstmögliche Wertherzeugunggünstigsten Beziehung zu einander, gleichzeitig in voller Verwen-dung stehen, mag noch nie und zu keinen Zeiten erreicht wordensein. Allein am nächsten kommt man diesem Ziel unstreitig nur inden geschilderten Zeiten der Ruhe. Sie characterisiren sich durchdas Gleichgewicht zwischen Production und Consumtion und ihrdaraus resultirendes untrügliches äusseres Kennzeichen sind nichtetwa hohe, sondern normale Durchschnittspreise der verkäuflichenGegenstände, ein normales Verkältniss der Renten zum Capital,der Arbeit zum Lohn. Fasst man den Begriff des Wertkes nichtin streng philosophischem Sinn, der keine Erschöpfung durch kon-krete Zahlen gestattet, sondern im Sinne des Ad. Smithschen undRiccardosckennatürlichen Wertkes oder Preises (d. h. der, dennormalen Unternehmergewinn einschliessenden Productionskosten,oder, was dasselbe ist, der durchschnittlichen Normal-Verkaufspreise),so kennzeichnet sich die, der höchsten Erzeugung und gleichmässig-sten Vertheilung der Güter günstigste Periode in erster Linie dadurch,dass Wertlie und Preise sich decken.

Nur in ruhigen normalen Zeiten entfaltet sich der Trieb zu Er-werb und Genuss, dieser grosse Hebel aller wirthschaftlichen Tkätig-keit, in gesunder Weise. Consumtion und Production, in untrennbarerWechselwirkung, steigen gemeinschaftlich und gleichmässig. Die in-