Druckschrift 
Augsburgs älteste Druckdenkmale und Formschneiderarbeiten, welche in der vereinigten königl. Kreis- und Stadtbibliothek daselbst aufbewahrt werden : nebst einer kurzen Geschichte des Bücherdruckes und Buchhandels in Augsburg ; mit 37 Abdrücken von Original-Holzschnitten aus dem 15. u. 16. Jahrhundert / von G. C. Mezger
Entstehung
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Sie ist in Hinsicht auf Orthographie und einzelne Wortformen vonder Bibel «ud Nro . 22 etwas verschieden. So liest man z. B. dievorhin angeführte Stelle aus Jes. 53 also:

o Herr wer gelaubet unnser gehörd. und wem wirteroffent d. arm des Herrn. Und er stig auff als ein rutvor im und als ein wurtzel von dem durstigen land, imwz nit die gestalt noch die gezierd. und wir sahen in undwz kein angesicht und wir begerten in verschmachtund den letzten der mann einen man der schmertzen undwissend den siechtumb. Und sein antlitz was als verborgenund verschmacht davon schätzt wir in nit für war. er namhin unser siechtagen unnd trug unser schmertzen. und wirschätzten in als einen aussetzigen und geschlagen von gotund gedemutiget.

17.

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Goth . Kl. Z^ol. Ohne Sign., Custod., Jahr und Drucker. 2 Blatt.Reg. u. 102 gezeichn. Blätter des Werks.

Findet sich nirgends verzeichnet, ist aber ein Produet der Zainer 'schenPresse.

L.

aus der Offizin des Johann Schüßler, der dieselbe zwei Jahre nachGünther Zainer, also 1470 in Augsburg etablirte. Daß er von denFormschneidern und Briefmalern wegen seines Geschäftes gerichtlich belangtwurde, habe ich oben schon erwähnt. Alle Schüßler'schen Inkunabelnsind auf glänzend weißes Papier, mit sehr gefälligen kleinen gothischenLettern, gedruckt, die von jenen sich nicht unterscheiden, welche GüntherZainer bei den meäitatlones vitas äoinini nostri ^lesu Oliristigebrauchte. Die Behauptung des ehemaligen Bibliothekars Krismer inBurheim, daß Schüßler die ältesten Günther Zainer 'schen Typenkäuflich an sich brachte, hat deßhalb viel für sich. Möglich, daß er auchseine Kunst selbst bei G. Zainer lernte, wie Krismer ferner annimmt.Zapf läßt ihn nur bis 1472 drucken. In diesem Jahre sollen seineTypen nach einer Urkunde vom Jahre 1472 («5. Zapf I, 18) an dasKloster St. Ulrich übergegangen seyn. Ich finde aber einen Druck, diesummÄ des ^.uKustinus von Aneona, (siehe unten) der mit den, leicht zuerkennenden, Schüßler'schen Formen noch gedruckt ist, und die Jahreszahl

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