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Bei meinen Forschungen in den Schreins- und Grund-büchern der ehemaligen freien Reichsstadt Köln wares mir stets eine Freude, dem Manne zu begegnen,der die Buchdruckerkunst nach Köln überbracht>hat.In Ermangelung urkundlicher Forschungen habenlängere Zeit äusserst dürftige und noch dazu teilweiseirrige Angaben über ihn vorgelegen, bis sich in meiner1852 herausgegebenen Schrift: Die Meister der alt-kölnischen Malerschule, die Gelegenheit zum Ein-flechten einer ihn betreffenden Episode bot (S. 89—93),durch welche die ersten authentischen Nachrichtenveröffentlicht wurden. Die lange gehegte Absicht, dieganze Urkundenfolge als Grundlage zu einer beson-deren Abhandlung über Zell mitzuteilen, hat gleichmanchem anderen Vorhaben bisher nicht zur Aus-führung kommen sollen, und wenn ich ein Unter-lassenes jetzt am Abend meines Erdenwallens nochnachhole, so bestimmt mich dazu nur die Nachgiebig-keit gegen schätzbare Aufforderungen, welche vonmehreren Seiten wiederholt an mich gerichtetwurden.Auch musste das rege Interesse, mit welchem manneuerdings im Auslande die Wiegenzeit unserer Ty-pographie zu durchforschen und aufzuklären bemühtist, von anregender Einwirkung sein 1 .
Ulrich Zell entstammte einer Familie, welche in derStadt Hanau ansässig war, er selbst zeigt dies durchden seinem Namen beigefügten Zusatz „de Hanau"an 2 . Das Jahr seiner Geburt ist nicht bekannt 1,5 . In
1 Hierbei hat Merlo insbesondere die Lettres d'un bibliographe von J.P.A. Madden, Serie I—VI, Versailles et Paris 1868—1886, im Auge gehabt.
2 Meister Ulrichs Name war in Köln nicht ganz neu. Im SchreinsbucheChristophori Extra muros trifft man schon 1349 einen „Johannes de Cellemagister et provisor domus pauperum peregrinorum vocate zu ine Iper-walde in Colonia".
3 Nach Madden a. a. O. Serie I S. 45 ist Zell um 1437 geboren undhat um 1457 seine Lehrzeit in Mainz begonnen. Vgl. Heitz und Zaretzkya. a. O.S. XIII Anm. 1.