Druckschrift 
Ulrich Zell, Kölns erster Drucker : mit 8 Tafeln in Strichätzung / von Johann Jakob Merlo. Nach dem hinterlassenen Ms. berarb. von Otto Zaretzky. Hrsg. v. d. Stadtbibliothek in Koeln
Entstehung
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Mainz , und zwar, wie man als sicher annehmen darf,in der Offizin von Fust und Schoeffer, hat er dieKunst des Buchdrucks erlernt. Vom Jahre 1457 an,in welchem der berühmte Psalter erschien, bis 1466findet man die Namen Fust und Schoeffer vereint,von 1467 anstehtPeter Schoeffer allein. Im Verkehrmit diesen Männern hat Zell seine Fachtüchtigkeiterlangt. Die grössere Typensorte, welche er zu einerAnzahl seiner Druckwerke angewandt hat, ist anForm und Stärke der Mainzer Bibeltype von 1462sehr ähnlich, bei einzelnen Buchstaben fast gleich 1 .

In welchem Jahre und durch welche VeranlassungZell nach Köln geführt worden ist, lässt sich mitSicherheit nicht mehr feststellen. Produkte der neuenKunst, gedruckte Ablassbriefe des Papstes Niko-laus V. aus Gutenbergs Offizin, waren hier bereitsin weiteren Kreisen bekannt geworden. Die Biblio-thek des Earl Spencer (John Rylands Memorial Li-brary in Manchester ) bewahrt ein Exemplar mit demDatum mccccliiii, welches am 27. Februar 1455 (mansetzte ein j hinter der gedruckten Jahreszahl hand-schriftlich hinzu) in Köln für Georgius de Arnsberghet Frederica eius uxor legitima ausgefertigt worden.Der Zettel ist in einem Buchdeckel der LöwenerBibliothek aufgefunden worden. Auch in den StädtenNeuss und Werl wurden solche Ablasszettel in dem-selben Jahre verbreitet 2 .

In den frühesten mit Angabe des Namens versehe-nen Drucken, welche den Jahren 1466 und 1467 an-gehören, nennt sich Zell ,,clericus dioecesis Mogunti-

1 Die Ähnlichkeit der Typen ist so gross, dass Fischer mehrere Zell-sche Drucke für Schöffersche hat halten können. Der Irrtum ist spätervon ihm selbst berichtigt worden (Beschreibung einiger typographischenSeltenheiten II S. 28. III S. 183). Derselbe Irrtum ist auch Hain passiert, deru. a. den Zellschen Druck ^2901 Bernardus, Speculum de honestatevitaeSchöffer zuschreibt. Das Versehen ist von Copinger berichtigt worden.

2 v. d. Linde, Gutenberg S. 43. 44.