Druckschrift 
Ulrich Zell, Kölns erster Drucker : mit 8 Tafeln in Strichätzung / von Johann Jakob Merlo. Nach dem hinterlassenen Ms. berarb. von Otto Zaretzky. Hrsg. v. d. Stadtbibliothek in Koeln
Entstehung
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die Bezeichnung Gerson-Type gewählt (Taf. i). Diegrössere Type, mit welcher u. a. der Dialogus miracu-lorum des Cäsarius von Heisterbach gedruckt ist,kommt der ScHöFFERschen Bibeltype 1 von 1462 fastgleich (Taf. II Type 2). Von den ZELLschen Typen ge-ben die Tafeln IV Abbildungen 2 . Dem Charakterder ZELLschen Lettern begegnen wir noch mehrfachin Köln, namentlich hat die gewöhnliche TexttypeKonrad Winters vonHomborch vielfach zuVerwechs-lungen Anlass gegeben 3 , es hat fast den Anschein, alsob einzelne Buchstaben von ZELLschen Matrizen her-gestellt wären (Taf.VII). Auch die von den unbekann-ten Druckern der Historia Trojana und der Historias. Albani (Taf. VIII) herrührenden Erzeugnisse werdenrecht oft Zell zugeschrieben 4 , ebenso werden Druckevon Bartholomäus Unkel und Johann Guldenschaffmit ZELLschen verwechselt 5 .

Zells Signet und einigen seiner Typenarten be-gegnen wir im Jahre 1510 in Drucken von Laurenz

1 Abb. bei Faulmann, Illustr. Gesch. d. Buchdruckerkunst Taf. 4.Burger, Monumenta Germaniae et Italiae typographica Taf. 74.

2 Die Reihenfolge der Typenarten lehnt sich an die von Praetor ge-wählte an.

3 So ist z. B. die Zell zugeschriebene Biblia latina (vgl. Schnorren-berg in der Allg. Deutschen Biographie XLV S. 21) nicht von Zell, son-dern von Konrad Winters von Homborch gedruckt. Vgl. Copinger I3040. Proctor 1174.

4 Die von Ebert, Bibliogr. Lexikon, unter Nr. 20062 und 20063 aufge-führten und Zell zugewiesenen Drucke, welche die Bibliothek in Wolfen-büttel besitzt, werden in einer brieflichen Mitteilung der HerzoglichenBibliothek in Wolfenbüttel ebenfalls Zell zugeschrieben. Es sind aberwahrscheinlich Erzeugnisse der Presse des Druckers der Historia s.Albani. (Vgl. Ebert Nr. 4362. Schweiger, Handbuch d. klassischen Biblio-graphie II S. 138. Hain und Copinger *5i53-) Eine Entscheidung dieserFrage nach eigener Anschauung war leider nicht möglich, da, wie schonim Vorwort vermerkt, die Zusendung der Drucke verweigert wurde.

D. Hrsg.

s Nachträglich konnte von dem Herausgeber noch festgestellt wer-den, dass der Zell zugeschriebene Druck Passio beati Albani (Ennen 56,130), der auch in vorliegender Abhandlung als Zellscher aufgeführt ist,aus der Offizin Retro minores, nicht aus der Zells hervorgegangen ist.