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zwei Drittheile in Gold zu leisten, stimmte nicht mit derfranzösischen Münz - und Bankpolitik; die Sache zerschlugsich, und das Geschäft wurde mit englischen Bankhäusernvereinbart. Die unmittelbare Wirkung war, dal's die Finanz-mächte in Paris sich von der Betheiligung an der Subscriptionzurückhielten und dieselbe, obgleich sie äui'serlich zu Standekam (und zum Schein für anderthalb Mal gezeichnet aus-gegeben wurde), doch bei dem ersten Anlauf Fiasco machte,was auch im Gang der italienischen Rentenkurse zum Aus-druck kam. Auf diese Weise stand man sich von beidenSeiten mit nichts weniger als freundlicher Stimmung gegen-über. Aber während diese Verstimmung überhand nahm,hatte sich das italienische Selbstgefühl an dem inzwischenglücklich gesteuerten Gang der finanziellen Kraftprobe mächtiggestärkt; die niederschlagenden Eindrücke, welche durch diekalte Aufnahme der grofsen Anleihe hervorgebracht wordenwaren, hatten Gefühlen ganz entgegengesetzter Art Platz ge-macht. Die Vollziehung der Baarzahlungen war über Er-warten gelungen, der Credit des Staates nahm einen lebhaftenAufschwung, die Befürchtung, dafs das neu erhaltene Goldwieder abfliefsen werde, hatte sich als unbegründet gezeigt,der Kurs aufs Ausland hielt sich beiläufig auf der Parität.Man konnte sagen, dal's Italien sich der Aufgabe, die es sichgesetzt, gewachsen gezeigt hatte, und in alldem lag zugleichder Beweis, dafs es so grofse Dinge ohne die Mitwirkung, jaunter der Mii'sgunst Frankreichs vollbringen könne. Wennman nur noch die 250 Millionen kleinen Papiers in Ab-schnitten von 5 und 10 Liren, welche noch fortbestanden,*)aus der Welt schaffte, so wäre der Uebergang zur einfachenGoldwährung mit einer Zulassung von Silber, wenn auch inAbschnitten von Fünffranken, doch nur für kleinere Beträge,zu erreichen.
*) Das Gesetz berechtigt vorläufig zu einem Maximum von 340 Millionen,von denen aber nur bis zu obigem Belauf Gebrauch gemacht worden ist.Uebrigens sind diese Scheine gegen Metall einlösbar.