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Reichsgoldmünzen, das am 4. Dezember 1871 in Kraft trat,gethan hat. Vor allem ist die einheitliche Ordnung des deutschen Münzwesens und die entschiedene Einleitung des Währungs-wechsels dem Reichstag zu verdanken, unter dessen MitgliedernBamberger weitaus das grösste Verdienst zukommt.
Im Februar 1873, mehr als ein Jahr nach dem Erlass desGesetzes betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen,wurde dem Bundesrat der Entwurf zu einem endgiltigen Münz-gesetz vorgelegt, der im April an den Reichstag weiter ge-gegeben wurde.
Die Hauptaufgabe dieses Gesetzes war, das im Prinzip an-genommene Münzsystem mit der Mark als Rechnungseinheitdurchzuführen und den durch das Gesetz von 1871 geschaffenenprovisorischen Währungszustand durch die reine Goldwährungzu ersetzen.
Dementsprechend lautete der erste Artikel:
„An die Stelle der in Deutschland geltenden Landeswäh-rungen tritt die Reichsgoldwährung. Ihre Rechnungseinheitbildet die Mark, wie solche durch § 2 des Gesetzes vom 4. De^zember 1871, betr. die Ausprägung von Reichsgoldmünzen, fest-gestellt worden ist."
Das Gesetz konnte natürlich den Übergang zur Reichs-goldwährung nicht mit einem Schlag bewirken, sondern musstedie Art und Weise des Ubergangs zu dieser Münzverfassungregeln. Es sah ein Ubergangsstadium vor, in welchem bereitsnach Mark gerechnet werden sollte, in welchem jedoch an Stelleder Reichsgoldmünzen auch die noch nicht völlig beseitigtenKurantmünzen der Thalerwährung gesetzliches Zahlungsmittelbis zu jedem Betrag sein sollten. Ein solches Übergangsstadiumwar angebracht, um die Einführung der Markrechnung und derMünzeinheit nicht von der gänzlichen Beseitigung des über-rflüssigen Silbergeldes abhängig werden zu lassen. Nun waraber in dem Entwurf sowohl das Endziel der Reform, welchesals eine reine Goldwährung mit ausschliesslich goldnen Kurant-münzen gedacht war, als auch das Übergangsstadium, in welchemdie Thaler noch Kurantgeld sein sollten und aus welchem sich, wiedie Motive sagten, die eigentliche Reichsgoldwährung erst all-mählich durch die völlige Einziehung der Silberkurantmünzen zu