und an deren Stelle sollten nur 120 Millionen Mark in Reichs-kassenscheinen treten. Aber diese Verminderung um ein Drittelsollte erst im Verlauf von 15 Jahren voll durchgeführt werden.Der an die Staaten mit grosser Papiergeldausgabe zu leistendeVorschuss belief sich auf mehr als 54 Millionen Mark. Dievorläufige Gesamtausgabe von Reichskassenscheinen stellte sichmithin auf mehr als 174 Millionen Mark, was eine Verminde-rung um nur 10 Millionen Mark gegenüber dem bisherigenStand bedeutete.
Wenn Bamberger bei der Beratung des Münzgesetzes dafüreingetreten war, dass man in der Schaffung des Reichspapier-geldes eine Konzession machen solle, auch wenn man von dessenNotwendigkeit nicht überzeugt sei, so hatte er doch mindestensauf eine sofortige und starke Verringerung des Papiergeldes,die im Interesse der Durchführung der Münzreform dringendgeboten war, mit Sicherheit gerechnet. Er wendete sich nunmit Nachdruck gegen das System der Verteilung der Reichs-kassenscheine und der Vorschussleistung in Reichskassenscheinen,um eine sofortige stärkere Reduktion des Papierumlaufs durch-zusetzen. Seine Anregung, diejenigen Staaten, welche mehrReichspapiergeld erhielten, als sie Landespapiergeld einzuziehenhatten — unter diese gehört vor allem Preussen — sollten aufden sofortigen Bezug des Mehrbetrags verzichten und diesenzur Vorschussleistung an die übrigen Staaten zur Verfügungstellen, stiess auf lebhaften Widerstand, namentlich bei Camp-hausen. Bamberger verzichtete darauf, einen Antrag in dieserRichtung zu stellen, da er im Bundesrat — wenn nicht schonim Reichstag — doch abgelehnt worden wäre. Um jedoch dieim Interesse der Münzreform notwendige Verminderung desPapierumlaufs trotzdem zu erreichen, beantragte er, die denEinzelstaaten zu gewährenden Vorschüsse nicht in Reichskassen-scheinen sondern in Bargeld zu gewähren; der dem Reichs-fiskus daraus erwachsende Zinsverlust dürfe nicht in Betrachtkommen gegenüber der Erschwerung, welcher der Münzreformaus einer zu grossen Papiergeldausgabe erwachse.
Es traf sich unglücklich, dass die Aufmerksamkeit desReichstags damals durch andere Dinge so sehr in Anspruchgenommen war, dass Bambergers Worte nicht das gewohnteGehör fanden. Die damals zur Beratung stehende Militärvorlage