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denklichen Anstrengungen betrieben zu werden verdienen, isteine der wesentlichsten Aufgaben, welche sich diese Blätter ge-setzt haben."
Als der Entwurf im Reichstag beraten wurde, trug Camp-hausen immer noch seinen Optimismus zur Schau. Er glaubtenicht, dass noch viel Silber zu verkaufen sei, sondern schieneher zu fürchten, man werde „den Wünschen des Publikumsnach hartem Silbergeld" nach der Einziehung der kleinen Noten-abschnitte nicht voll genügen können. Die grössten Schwierig-keiten hielt er für überwunden, und die ganze Reform schiensich ihm in einer „wahrhaft spielenden Weise" zu vollziehen.Nachdem aber der Reichstag den Entwurf angenommen hatte— er erhielt am 6. Januar 1876 Gesetzeskraft —, wagte auchCamphausen nicht, den Bundesrat zu veranlassen, von derihm erteilten Ermächtigung Gebrauch zu machen. Obwohl vomJahre 1876 an die Silberverkäufe erst einen grösseren Umfangangenommen haben, obwohl seit diesem Jahr mehr als sechs malsoviel Silber abgestossen worden ist als bis Ende 1875 (6'/ 2Millionen Pfund gegen 1 Million Pfund), hat der Bundesrat bisheute die Thaler noch nicht zu Scheidemünzen gemacht. Erstdie Ende 1899 vorgelegte Münznovelle, welche die allmählicheUmprägung der Thaler in Scheidemünze bei gleichzeitiger Ver-äusserung eines Teiles des Thalervorrates bezweckt, wird imFalle ihrer Annahme die erstrebte reine Goldwährung verwirk-lichen.
IX.
„Die Entthronung eines Weltherrschers".
Deutschlands Ubergang zur Goldwährung war nicht nurdurch die Rücksicht auf den inneren deutschen Münzumlaufherbeigeführt worden, sondern auch die Entwicklung der inter-nationalen Währungsverhältnisse hatte dabei in entscheidenderWeise mitgewirkt. Es sei nur daran erinnert, dass bei derersten Lesung des Gesetzes von 1871, welches den ersten Schritt