zur Goldwährung darstellte, Bamberger die Wahl des Goldesals Währungsbasis für das künftige deutsche Geldwesen damitmotivierte, dass das Gold nach seiner Uberzeugung dazu be-stimmt sei, immer mehr den Umlauf der zivilisierten Nationenzu versehen. Diese Überzeugung war wohl begründet in Hin-blick auf die Leichtigkeit, mit welcher der französische Verkehrdie grossen Mengen kalifornischen und australischen Goldes ab-sorbierte, und in Hinblick auf die Stellungnahme der Vertreterder wichtigsten Kulturnationen auf der Pariser Münzkonferenzvon 1867. Wenn auch Frankreich damals noch nicht den Ent-schluss fand, sich zu einer That aufzuraffen und, dem Verlangender ihm münzverbündeten Staaten nachgebend, die formell nochbestehende Doppelwährung abzuschaffen und die Goldwährunggesetzlich einzuführen, so zeigte doch der Verlauf, welchen dieverschiedenen französischen Münzkommissionen und Enqueten, inder Zeit von 1867 bis 1870 nahmen, dass auch hier der Siegdes Goldwährungsgedankens nur eine Frage der Zeit war. Alsder Krieg von 1870 ausbrach, deutete alles darauf hin, dass dieUmwälzung der thatsächlichen Umlaufsverhältnisse, welche durchdie Goldfunde der fünfziger und sechziger Jahre herbeigeführtworden war, in Bälde auf grossen Gebieten ihre gesetzliche An-erkennung und Festlegung erfahren werde. Für niemandenkonnte es damals zweifelhaft sein, dass die Länder, welchendurch die Gunst des Schicksals ohne ihr Zuthun ein Goldumlaufan Stelle des früheren Silberumlaufs bescheert worden war, nichtdaran dachten, ihren Goldumlauf bei einer Umkehr der Kon-junktur auf dem Edelmetallmarkt wieder preiszugeben. Wo sichder Verkehr einmal an das Gold gewöhnt hat, da ist der Bodenfür das Silber verloren. Auf die Dauer jedoch war der einzigeWeg, um das Silber fernzuhalten und den Goldumlauf zu sichern,dass man dem Silber die Münzstätten verschloss, dass man da-durch mit dem Prinzip der Doppelwährung brach und sich aufdie Grundlage der Goldwährung stellte.
Dem vorausschauenden Blick, welchem sich dieser Gangder währungspolitischen Entwicklung enthüllte, konnte nicht ent-gehen, welch' grossen Vorsprung der Staat gewinnen musste,der sich zuerst entschliessen würde, das Unvermeidliche zu thun.Die bevorstehende Umwälzung der Währungsverhältnisse bestandja im wesentlichen in einer starken Einschränkung der Ver-