in Hinblick auf die an den weiteren Silberverkäufen zu er-leidenden Verluste dem Reichskanzler dringend die Einstellungder Silberverkäufe empfohlen.
Nach der Erzählung Mösles wäre die Initiative vom FürstenBismarck selbst ausgegangen, und eine Reihe andrer Umständespricht für die Richtigkeit dieser Darstellung. Offenbar hatv. Dechend erst, als der Entschluss des Reichskanzlers bereitsfeststand, diese Massregel empfohlen und begründet.
Das geht vor allem daraus hervor, dass die Einstellung derSilberverkäufe ganz plötzlich und unvermittelt verfügt wurde,während die Operationen der Silbereinziehung und -Einschmelzungim vollen Gang waren, und ohne dass die Lage des Silber-marktes, die damals eine verhältnismässig günstige war, einenAnlass zu dieser Massregel gegeben hätte. Vor allem aber wardiesem bedeutungsvollen Schritt keinerlei Verständigung mitder London Joint Stock Bank, welche im Auftrag der Reichs-regierung die Silberverkäufe in London vermittelte, vorausge-gangen, während sonst die Meinung und der Rat dieses Institutsbei jeder wichtigen die Silberverkäufe betreffenden Massregeleingeholt worden war. Am 18. Mai verfügte Bismarck dieSuspendierung der Silberverkäufe, und am 19. Mai wurde dieLondon Joint Stock Bank telegraphisch angewiesen, die Silber-verkäufe einstweilen einzustellen.
Auch die entschiedene und heftige Art, in welcher Bismarckspäter im Reichstag diese Massregel persönlich verteidigte,während er sich bisher stets nur um die politische Seite derGeldreform bekümmert hatte, spricht dafür, dass die Einstellungder Silberverkäufe aus Bismarcks eigenster Initiative hervorge-gangen ist.
Dagegen fehlt es an Aufklärung über die Einflüsse, welcheBismarck zu einem so bedeutungsvollen Eingreifen auf einemihm fernliegenden Gebiet veranlasst haben.
Die positive Nachricht von der Einstellung der Silberver-käufe verbreitete sich zuerst in England und wurde von dortnach dem Kontinent gemeldet. Uberall knüpfte man an dieseüberraschende Kunde weitgehende Kombinationen.
In den Kreisen, welche sich für die Durchführung derMünzreform interessierten, entstand die lebhafteste Beunruhigung.Man diskutierte eifrig, welche Schritte zu thun seien, um eine