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willkommen, man werde sie aber beantworten zu unsrer Be-schwichtigung, dass an der Sache nichts wäre. Von einemAngebot, auf irgend eine Weise diese Beschwichtigung deröffentlichen Meinung herbeizuführen, davon war mit keiner Silbedie Rede. . . . Da erst waren wir in die Notwendigkeit gestellt,das letzte und äusserste Mittel zu versuchen, das uns blieb, undich habe beinahe allen Herrn gegenüber, die diese Interpellationunterschrieben, mich darüber ausgesprochen, dass wir den auf-richtigen Wunsch hätten, es würde eine einfach ablehnende Er-klärung, eine einfach verneinende Erklärung von Seiten derReichsregierung kommen, die jede Diskussion entbehrlich mache."
Die Interpellation selbst hatte folgenden Wortlaut:
„Beabsichtigt die Regierung eine Abänderung der bestehen-den Münzgesetzgebung herbeizuführen?"
Die Begründung beschränkte sich auf die folgenden kurzenSätze:
„Die seit einiger Zeit wiederkehrenden Nachrichten, welcheder Reichsregierung die Absicht des Ubergangs zur Doppel-währung oder zur Silberwährung unterlegen, haben in letzterZeit durch Meldungen aus England eine Form angenommen,welche, mit Rücksicht auf die Bedeutung der Frage für dasganze Wirtschaftsleben der Nation, zu der Uberzeugung drängt,dass eine Aufklärung über die Absicht der Reichsregierung nichtlänger entbehrt werden kann."
Sowohl die Interpellation selbst als auch ihre Begründungsprachen nur von einer eventuellen Änderung der Münz-gesetzgebung, während sie der Einstellung der Silber-verkäufe mit keinem Worte Erwähnung thaten. Das geschah mitgutem Vorbedacht. Mit Recht hob Bamberger bei der Besprechungder Interpellation hervor, dass im Münzgesetz kein Termin fürdie Durchführung der Silberverkäufe bestimmt sei und dass dieInterpellanten nicht daran dächten, sich in diese Frage einzu-mischen. Das sei Sache der Exekutive. „Solange die Münz-gesetzgebung im Gang war," sagte er, „habe ich ja oft meineMeinung ausgesprochen und mich stets zu der Ansicht bekannt,dass wir rasch das Silber verkaufen müssten, weil ich der An-sicht war, dass es nur bergab gehen könne. Ich hatte damalsden Widerspruch von seiten der Reichsregierung zu bekämpfen,und ich stehe nicht an zu bekennen, dass namentlich der letzte