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erschütternde Weltkalamität aufgefasst wurde, schrieben dieradikalsten Bimetallisten ausschliesslich, die gemässigteren vor-wiegend der deutschen Münzreform und den deutschen Silber-verkäufen zu, und alle glaubten, durch den internationalen Bi-metallismus diesen Schaden wieder gut machen und den Silber-wert wieder herstellen zu , können.
Dazu kamen die Befürchtungen, welche mit der Abnahmeder Goldproduktion zusammenhingen. Diese Befürchtungenwurden sehr verschärft durch die Schrift von Eduard Suess über die Zukunft des Goldes (1878), welche auf Grund einergeologischen Hypothese eine dauernde Abnahme der Gold-produktion, die in ihrem Verlauf das Gold zur Verwendung alsMünzmetall untauglich machen müsse, voraussagte. Die Gold-währung, sagten die Bimetallisten, sei hervorgegangen aus den Be-strebungen nach einer internationalen Münz - und Währungsgleich-heit; jetzt zeige es sich, dass an eine universelle Goldwährung nichtzu denken sei, ja dass die vorhandenen Goldmengen nicht einmalfür die am weitesten vorgeschrittenen Kulturländer genügten.Der Versuch, mit dem Golde allein auszukommen und dasSilber von der Prägung auszuschliessen, müsse zu einer Geld-verteuerung von den verhängnisvollsten wirtschaftlichen undsozialen Folgen führen. Die zahlreichen Diskonterhöhungen,welche damals in Rücksicht auf die ungewöhnliche internationaleGoldbewegung vorgenommen wurden, seien bereits die deut-lichen Zeichen der beginnenden Goldknappheit.
Bereits unmittelbar nach dem Erscheinen des Buches vonSuess über die Zukunft des Goldes hatte Bamberger die Furchtvor einer Goldknappheit in einem Aufsatz: „Das Gold der Zu-kunft", der in der „Deutschen Rundschau" im Jahre 1878 er-schien, eingehend behandelt. Treffend kennzeichnete er damalsschon die Vagheit der Hypothese, auf welcher die ganze Furchtvor der Goldknappheit beruhte.
„Wenn wir unserm Autor glauben," schrieb er, „so wäreder Erdkreis schon so beiläufig abgesucht. ,Mit einem nichtgeringen Grade von Bestimmtheit,' so spricht Suess , ,wird manzu der Meinung gedrängt, dass viel mehr als die Hälfte dermit den bisherigen Mitteln überhaupt erreichbaren Menge Goldesbereits durch die Hand der Menschen gegangen ist.' In derThat, ein solcher Ausspruch verdient ob seiner Kühnheit unsre