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bimetallistischen Gegnern überein, nämlich in der Auffassung, dassdie durch die Einstellung der Silberverkäufe geschaffene Lage aufdie Dauer nicht aufrecht zu erhalten sei. Freilich zog er darauseine andere Folgerung als die Anhänger der Doppelwährung.Die Ansicht, dass deutsches Thalersilber unverkäuflich sei, wieser stets mit Ironie zurück, und den Ausweg eines internationalenDoppelwährungsvertrags erklärte er stets für gänzlich unmöglichund ungangbar, weil er erstens einen Doppelwährungsvertragfür eine Utopie hielt, weil er ferner an die Möglichkeit derdauernden Festlegung des Wertverhältnisses zwischen Gold undSilber nicht glaubte, und schliesslich weil er der Uberzeugungwar, dass nicht menschliche Willkür, sondern die allgemeineKulturentwicklung die Funktionen des Silbers als Münzmetalleingeschränkt habe, und dass deshalb eine Wiedereinsetzung desSilbers in seine alten Rechte mit der ganzen Richtung des wirt-schaftlichen Fortschritts im Widerspruch stehe. Die Wieder-aufnahme der Silberverkäufe und die planmässige Beendigungder Münzreform war deshalb für ihn der einzige Weg, der ausdem bestehenden unerquicklichen Zustande heraus zu einembefriedigenden Abschluss führen konnte.
Die Reichsregierung ihrerseits, deren Verhalten in diesenFragen stets für den Gang des Währungsstreites von nahezuentscheidender Bedeutung war, vertrat nach der Einstellung derSilberverkäufe von allem Anfang an die Ansicht, dass der un-fertige Zustand des deutschen Geldwesens zu ernsten Bedenkenkeinen Anlass gäbe. Die Befürchtungen, dass die Unterbrechungder Reform nur die Einleitung zu einer bimetallistischen Schwen-kung der deutschen Münzpolitik sei, beruhigten sich allmählich,als Bismarck keinerlei Anstalten traf, die Initiative zu der inter-nationalen Münzkonferenz, die er im Sommer 1879 dem Ameri-kaner Kelley nach dessen Angaben in Aussicht gestellt hatte,zu ergreifen. Dagegen wurde die Einstellung der Silberverkäufeseitens der Regierung als eine für die Dauer getroffene Mass-regel dadurch ausdrücklich anerkannt, dass sie in dem Etatgesetzfür 1880/81 auf die Mittel zur weiteren Durchführung der Münz-reform verzichtete.
Diese Thatsache gab Gelegenheit zu Debatten im Reichstag,welche die Lage in manchen Punkten klärten. (24. II. 1880).
Bamberger führt aus, die Reichsregierung habe Zeit genug