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Unternehmen als tot und begraben gelten müsse. Zur Be-kräftigung zitierte er ausführlich den ganz ausgezeichneten offi-ziellen Bericht der schweizerischen Delegierten, welcher inseinem Schlusswort die Anbahnung der reinen Goldwährungals den einzigen Weg aus den Missständen des bestehendenZustandes der hinkenden Währung bezeichnete, einen Weg,welchen die Schweiz, da sie durch die lateinische Münzuniongebunden war, nicht betreten konnte.
„Wir haben dem Gesagten," so schloss Bamberger, „keinWort weiter hinzuzufügen. Die Schweiz, an die lateinischeUnion gefesselt, ist gezwungen, in diesem Status quo zu bleiben.Wenn Deutschland sich freiwillig dazu verdammt, so verbindetes alle Nachteile eines Münzvertrags mit allen Nachteilen derVertragslosigkeit. Es wählt den möglichst schlechten Auswegund hat es nur sich selbst zuzuschreiben, wenn alle andernihren Vorteil auf seine Kosten suchen." —
Während Bamberger in dieser Weise gegen die Dechend-schen Vorschläge und für die Wiederaufnahme der Silber-verkäufe eintrat, erklärte sich der Cölner Bimetallistenkongressfür denjenigen Teil der Dechendschen Propositionen, welchevon den deutschen Delegierten auf der Pariser Konferenz alsannehmbar bezeichnet worden waren. Mit Einstimmigkeitwurde folgende Resolution angenommen:
„Zu dem Zweck, ein festes Wertverhältnis zwischen Goldund Silber herzustellen, ist es für England und Deutschland wünschenswert:
1. dass in beiden Ländern der Gebrauch von Silber durchPrägung vollwertiger Silbermünzen neben den Silberscheide-münzen vermehrt werde;
2. dass Deutschland alles Gold und Papier unter dem Wertevon 10 Mark einziehe;
3. dass Deutschland kein weiteres Silber verkaufe;
4. dass die Bank von England von ihrem existierendenRechte Gebrauch mache, Silber als Teil ihrer Reserven zuhalten."
Diese Resolution zeigt, wie bescheiden die Bimetallistendurch das Fiasko der Pariser Konferenz geworden waren: eineninternationalen Doppelwährungsvertrag hielten auch sie damals