— I4i —
honorieren müsse; ferner die grossen Schwierigkeiten und Be-nachteiligungen, welche sich aus dem Vertrags Verhältnis na-mentlich für Belgien , das zur Zeit der freien Silberprägunggrosse Mengen von Fünffrankenthalern für private Rechnung aus-geprägt hatte, ergaben.
Diese beiden Punkte waren es, die Bamberger besondersreizten. Er hat sie in seiner Schrift „Die Schicksale deslateinischen Münzbundes, ein Beitrag zur Währungs-politik", die Ende 1885 erschien, mit besonderer Ausführlichkeitbehandelt. „Ich schrieb das Ganze," so teilte er am 28. Ok-tober 1885 Soetbeer mit, „namentlich um zu zeigen, was beieinem Münzbund alles vorkommen kann, und wie der lateinischeMünzbund selbst der Goldwährung in die Arme läuft." Undam 30. Oktober: „Ich habe absichtlich die Sache recht minutiösbehandelt, damit den Leuten etwas schwindlich werde bei derVorstellung alles dessen, was bei einem solchen Vertrag ent-stehen kann." Auch in der Vorrede wies er ausdrücklich aufdiesen praktischen Zweck seiner Schrift hin. Trotz der Kämpfeund Reibungen innerhalb des lateinischen Münzbundes, so schrieber, werde bei uns in Deutschland in gewissen Parteilagern derRuf nach einem neuen Münzbund als Parole ausgegeben. „Auchdenen, welche herbeiströmen, um gegen die Einzeichnung ihresNamens unter die heilbringende Bittschrift von allen Übeln er-löst zu werden, wird die Sache als eine höchst einfache vor-gestellt. Es gibt kein untrüglicheres Mittel, sich eine Sacheleicht zu machen, als wenn man sie gar nicht kennt. Dies istdas Geheimnis, sicherlich nicht der bimetallistischen Vertretungin der Wissenschaft, wohl aber der bimetallistischen Agitationim Lande." Denjenigen denkenden Menschen, welche sich ingewissenhafter Weise über schwierige Fragen Aufklärung zuverschaffen suchten, wolle er mit seiner Darstellung der Schick-sale des lateinischen Münzbundes die Antwort auf die Frageerleichtern, ob das Deutsche Reich seine selbständige Münzver-fassung von Grund aus zerstören solle, um sie auf dem Funda-ment eines „ewigen" Vertrags mit den von dem seinigen sotief verschiedenen Staatswesen Frankreichs und Amerikas wiederaufzubauen; wie sehr aber auch diese Bedenken schon aus-reichten , um vor einem System zurückzuschrecken, welches,wenn überhaupt, wie allseitig zugegeben werde, nur auf dem