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haft begeistert haben für diese Vorschläge, wir doch imallgemeinen derjenigen Einwirkung preisgegeben waren, derder Mensch überhaupt ausgesetzt ist, wenn er schöne, grosseZiele von weitem ansieht, die in der Nähe, in der konkreten,praktischen Aufgabe erfasst, so viele Schwierigkeiten zeigen,dass er eine Menge von seinen ersten Ideen aufgeben muss.Ist das doch, wie Ihnen soeben geschildert worden, beinaheallen den grösseren Regierungen begegnet, die sich in Paris zum Münzkongress vereinigt hatten, um das Problem der inter-nationalen Münze thatsächlich in die Hand zu nehmen. Eswird Ihnen in Flugschriften, die Ihnen die Aufrechthaltung und
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Durchführung dieses Systems empfehlen, versprochen, was allesnoch geschehen wird, wenn wir in Deutschland nur einmal denersten Schritt zu diesem internationalen Werke thun wollen.Aber, meine Herren, was schon geschehen ist, nachdem mansich seit fünf Jahren damit abgegeben hat, das ist gleich Null!Lesen Sie die Erklärungen der massgebendsten Regierungen,der von England und der von Amerika, und Sie werden finden,dass es vollkommen aussichtslos ist, wenn man praktisch rechnenwill, eine dieser Regierungen einen entscheidenden Schritt thunzu sehen zur Herbeiführung dieses internationalen Systems.Diejenigen, die uns eine künftige Vereinigung der europäischenund überseeischen massgebenden Länder in dieser Beziehungzeigen, zeigen uns nicht bloss einen Sperling auf dem Dache,sondern einen Sperling, der sich erst auf das Dach setzen soll,der noch in der Luft herumfliegt. Ich glaube, meine Herren,für diesen Zweck können wir die entschiedenen Vorteile, dieGrundbedingungen, die unser Land zu erreichen hat behufsUbergangs in ein neues Münzsystem, nicht aufgeben. Selbstin anderen Ländern hat man sich dieser Uberzeugung genähert.Die Franzosen haben gut reden; sie sagten 1865: wir wollenein internationales Münzsystem machen; Europa möge unserSystem annehmen! Das ist sehr bequem. Die Amerikanerhaben mit ihrer urwüchsigen Brutalität gesagt: nehmt einmetrisches System an, aber glaubt nur nicht, dass wir deshalbirgend ein System annehmen werden, das uns irgendwie zuHause unbequem sein würde!
Nun, meine Herren, diesem Beispiele müssen wir auchfolgen, und ich wiederhole, alle diejenigen, welche zunächst