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dass nur das Gold die grosse Masse der Austauschmittel be-streiten kann. Wenn vielleicht unser verehrter Kollege Augs-purg heute das Wort ergreifen sollte, so würde ich ihn bitten,statt das früher von ihm präkonisierte metrische System zuverteidigen, Ihnen noch die trefflichen Argumente hier auf-zuführen, die er in seiner fünften Schrift über das Münzwesenzur Unterstützung der alleinigen Goldwährung gegeben hat, undmit denen ich deshalb ihm hier nicht vorgreifen will.
Meine Herren, es ist unabweislich, keine Nation kann sichdagegen wehren, dass sie das Gold schliesslich annehmen muss.Die Schweiz hat auch, als sie im Jahre 1850 ihr Münzsystemrenovierte, das alleinige Silbersystem unter dem Eindrucke derdamals geltenden Meinung angenommen. Sie hat sich vergeb-lich bemüht, trotzdem sie keine Goldwährung hatte, das Goldaus ihrem Lande fern zu halten. Lesen Sie die Berichte derSchweizer Münzkommissionen von 1850 bis 1859 — eine Jere-miade folgt der anderen: wie sollen wir es machen, dass, trotz-dem wir das Gold nicht gesetzlich anerkennen, wir doch be-ständig Goldmünzen in unserem Lande haben und sie sogarfür unentbehrlich erklären müssen ? Ja, meine Herren, nacheiner schweizer Berichterstattung war vorgeschlagen, man mögesich mit Belgien , das in derselben Lage sei, dahin verständigen,dass man das Volk durch Schriften aufzuklären suche über dieVerderblichkeit der Goldwährung, um die Goldmünzen aus demLande zu treiben. Und alles das hat nichts geholfen: dieSchweiz führt heute ebenfalls die Goldmünzen ein, wie Belgien ,das momentan Holland gefolgt war, sich auch genötigt gesehenhat, die Goldmünzen wieder einzuführen. Meine Herren, füruns in Deutschland bedarf ja die Sache durchaus keiner Be-gründung. Die unglückliche Papierwirtschaft, die wir im Augen-blicke noch ohne Schaden bestanden haben, die aber in jedemMoment uns einmal schädlich werden kann, die bestimmt ist,zu wachsen und zu wuchern, wenn wir ihr nicht Einhalt thun,die Jahr aus Jahr ein unserem Volke einen ganz bedeutendenVerlust beibringt durch dasjenige, was zwischen den Fingerndurchfällt, zerstört wird, und wovon die Emittenten profitieren— meine Herren, dies allein wäre schon ein genügender Grund,um das Goldsystem bei uns einzuführen, und zwar, wie ich