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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
207
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Bei, damit dies verhütet werde, das ist der kitzliche Punkt inufiserer ganzen Münzreform. Der Herr Finanzminister desDeutschen Reiches ; ich sollte eigentlich sagen, des König-reichs Preussen, ich glaube aber, der lapsus ist nicht zu grossin diesem Falle (Heiterkeit) der Herr Finanzminister hatohne Zweifel sich von den Gefahren dieser Situation ebensosehr und noch mehr Rechenschaft gegeben, als irgend einer derhier Anwesenden, und ich möchte schon um deswillen ihm nichtzu viel Lehren zu geben mir herausnehmen, damit die Verant-wortlichkeit der Durchführung der von ihm inaugurierten Mass-regel auf seinen viel breiteren Schultern als den meinigen ruhenbleibe (Heiterkeit); aber, meine Herren, das erspart mir dochnicht die Aufgabe, zu diskutieren, ob die Massregel, die er indiesem Gesetz uns vorgeschlagen, auch den allgemein anerkanntenAnforderungen entspreche. Zunächst hat man uns für denÜbergang, für die Ausgleichung der jetzigen Silberwährung undder künftigen Goldwährung das Verhältnis von 15 1 / festgesetzt.Derjenige, der früher 15 x / 2 Gewichtseinheiten Silber zu zahlenhatte, soll in Zukunft ein Gewichtsteil Gold zahlen können, undhier erhebt sich nun zunächst die Frage, warum ist dieses undist dieses richtig? Man hat aus der Sache eine Rechtsfrage zumachen gesucht, man hat Preisschriften verlangt und geschrieben,welche die subtilsten Untersuchungen über den Punkt lieferten,ob wirklich das Reich und die Regierung in der Lage sei, daszu entscheiden, und einige sehr angesehene und verdienstvolleSchriftsteller wollen- sogar unseren Herren Kollegen vom Leipziger Oberhandelsgericht die stachliche Aufgabe zuweisen, zu ent-scheiden, wie diese Sache gelöst werden solle. Ich glaube aber,wir können sie dieser schwierigen Lösung überheben unddie Sache liegt durchaus nicht so gefahrlich, wie geschildertwird. Ich bin der Ansicht, dass weder rückwärts gehendeDurchschnittsnormen noch vorwärts gehende Berechnungenzu entscheiden haben, in welcher Proportion dieser Uberganggegriffen werden soll, sondern einzig und allein der Moment,in dem der Übergang bewerkstelligt wird. Wenn ich sage: derMoment, so meine ich natürlich nicht die Sekunde, ich meineaber nach der menschlichen Berechnung denjenigen letztenZeitpunkt, in dem man, ohne die Sache allzusehr auf die Spitzezu stellen, eine Preisangabe fixieren kann. Meine Herren, was