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sind wir demjenigen, der Geldverpflichtungen hat — und darumhandelt es sich — schuldig zu verbürgen bei diesem Über-gange? Ganz falschlich sagt eine Menge von Theoretikern:N. N., der eine Schuld übernahm nach dreissig Jahren zu be-zahlen, wenn sie 30 Thaler betrug, hat sich nur verpflichtet,1 Pfund Silber zu bezahlen. So ist die Sache aber durchausnicht. Wer eine Schuld von 30 Thalern übernimmt, denkt nichtdaran, ob sie I oder 2 Pfund wiegt, er denkt an das, was eraugenblicklich mit diesen 30 Thalern beschaffen kann. Wennich heute eine Schuld kontrahiere, um mir einen Acker zukaufen, so frage ich mich, wann die Schuld fällig wird und ichsoll sie bezahlen: ist der Acker durch die Münzveränderungviel mehr oder weniger wert geworden oder nicht; ich sageaber nicht: ich hatte damals nur versprochen, so und so vielGewicht an Silber zu bezahlen. Nun, meine Herren, das gegen-seitige Preisverhältnis zwischen gestern und morgen reguliertsich heute im Verhältnis zwischen Silber und Gold; da Silberund Gold auf dem Geldmarkt der Werte ebenso gut Waresind wie andere Artikel, so reguliert sich auch ihr Verhältnisin Ubereinstimmung mit den Warenpreisen aller Länder, undwenn ich heute für ein Pfund Silber eine gewisse QuantitätWeizen kaufe, so kann ich auch eine gewisse ebenso gut zufixierende Quantität Gold dafür kaufen, und wenn sich diesedrei Punkte ausgleichen, so kann ich sagen, dass ich demManne, der heute eine Schuld für einen Acker kontrahiert, nichtzu kurz gethan habe. Der einzige Punkt käme in Betracht, obich durch den Einfluss meiner Reform selbst auf den Metall-preis demjenigen, der künftig zu bezahlen oder zu empfangenhat, einen Schaden anthue, und diesen Punkt werden wir zubetrachten haben; aber die Bemessung der Verpflichtung hat,abgesehen hiervon, sich rein nach dem Moment zu richten.Nun, meine Herren, was sagt der Moment ? Durch einen merk-würdigen Zufall spricht er auf ein Haar heute gerade überein-stimmend mit der Vorlage der Regierung, und wenn wir nichteine so honette und über allen Verdacht der künstlichen Machereierhabene Reichsregierung hätten, so würde ich wirklich denArgwohn schöpfen können, dass das Reichsministerium einegewisse Quantität Silber an der Londoner Börse gekauft hätte,um zu 60 7 / 8 per Unze Standard Silber zu kommen, welches