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ich vielleicht etwas ketzerisch erscheinen mag, ich bin eigentlichnicht einverstanden damit, dass wir in das Gesetz die Pflichtder Einlösung dieses Papiergeldes hineinsetzen. Meine Herren,was heisst es denn, dass wir die Pflicht übernehmen, dies Papier-geld jederzeit einzulösen? Wir setzen uns in die Möglichkeit,dass bei der Reichskasse, in solchen Momenten, wo es daraufankommt, wo jemand ein betreffendes Interesse hat, es in ganzbedeutenden Posten, die sie in Verlegenheit bringen können,präsentiert wird, und ich glaube, wir setzen uns vielleicht da-durch in die Lage, uns eine Verlegenheit geschaffen zu haben,wo ohne eine solche Bestimmung dieselbe nicht gekommenwäre. Bedenken Sie, meine Herren, eines. Ich weiss zwar, bisjetzt war auch in deutschen Staaten das Papier einlösbar. Alleinnamentlich in der letzten Zeit waren wir mit unserer Silber-währung und unseren vielen bereits abgeschliffenen Silberstückeneigentlich auf eine Art Geldinsel gesetzt, so dass wir selten inGefahr kamen, unser cirkulierendes Metall an das Ausland zuverlieren, wenn Metallkrisen eintraten. Aber da jeder Zustandseinen Nachteil und seinen Vorteil hat, so treten wir, indemwir zur Goldwährung übergehen, auch der Gefahr näher, dasswir an dem Leid und Freud der grossen Weltcirkulation mehrpartizipieren und wir können einmal in die Gefahr kommen,dass, wenn ein grosser Abfluss von Goldmetall nach dem Aus-lande stattfinden sollte, jemand beikommen könnte, auch die:Regierungskassen mit seinen Kassenscheinen in Anspruch zunehmen. Sähe ich eine grosse Notwendigkeit, die Kassenscheinein gewöhnlichen Zeiten einlösbar zu machen, so würde ich michdem unterwerfen. Allein ich frage: wird es denn wirklich zurBaisse kommen, wird für ein solches Papiergeld, das vom Staatein allen Kassen angenommen wird, das freiwillig von allenMenschen, von allen Kassen in gewöhnlichen Zeiten wird an-genommen werden, die Notwendigkeit entstehen, es zwangsweiseeinlösbar zu machen ? Wir haben zwar auch die Scheidemünzeneinlösbar gemacht; allein dazu haben wir einen ganz anderenGrund gehabt; das ist bloss, um einzelne Störungen des Ver-kehrs, die erfahrungsmässig dadurch vorkommen, dass in ein-zelnen Winkeln sich eine zu grosse Menge von Scheidemünzenanhäuft, zu beseitigen und um dabei von Staatswegen Abhilfezu leisten. Etwas ganz anderes ist es aber, wenn Sie das Papier