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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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308
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einen Silberbarren schenken, so kann er sich absolut dadurchnicht mehr Gold verschaffen, als wenn wir ihm die entsprechendeQuantität in Wolle oder in Kaffee schenken, er müsste ihn wiegewöhnliche Ware verkaufen, er kann weder durch den Staatnoch durch sonst jemand Münzen daraus prägen lassen, und esist eigentlich für den Abzug unseres Goldes ebenso gleich-bedeutend, ob wir unsere Thaler in Silber haben, als wenn wirsie in Papier hätten. Faktisch ist unsere gegenwärtige Silber-kurantwährung gerade so gut wie eine Papierwährung, wie dieWährung der Länder, die wirklich Zwangskurs für Papier haben.Geld, das im Auslande- nicht seinen vollen Wert hat, ist fürdie Fluktuationswirkungen kein Geld. Es mag ja noch eineninneren Wert haben, aber für die Festsetzung des einen Metall-verhältnisses zum anderen hat es gar keine Bedeutung, unddamit sich der verehrte Herr Abgeordnete die Sache recht ver-anschauliche, um denen zu antworten, die ihn vielleicht wiederin Zukunft mit solchen Zweifeln anfallen möchten, so bitte ichihn, doch nur auf den einen Punkt aufmerksam zu sein, dasswir die neuen Silbermünzen zu einem anderen Fusse ausgeprägthaben als die alten. Bekanntlich sind unsere Thaler , die jetztnoch cirkulieren, ausgeprägt in dem Verhältnis, dass für15 1 / 2 Pfund Silber ein Pfund Gold gegeben wird; wir habenaber unsere neuen Silbermünzen so ausgeprägt, dass für 13,95Pfund Silber 1 Pfund Gold gegeben wird. Wäre nun also derinnere Gehalt des Silbers im Verhältnis von Silber zu Gold beiunserer Münzwährung von Einfluss auf den Wert des Goldesim Inlande oder Auslande, so würde man ja für 20 Mark ineinzelnen neu geprägten Markstücken weniger Gold bekommen,als für 20 Mark in alten Thalern; und das ist durchaus nicht der Fall.Es ist also das Silber, wie wir es jetzt haben, eine reine Konventions-münze, und es hat mit ihrem Inhalt absolut nichts zu schaffen,wenn wir jetzt einen gewissen Abfluss unseres Goldes nach demAuslande wahrnehmen. Aber, meine Herren, wir haben es über-haupt nicht zu bedauern, dass wir die ausschliessliche Währungdes Goldes eingeführt haben, wie ich sofort hinzufüge, weilvielleicht jetzt Bedenklichkeiten aufsteigen und der eine oderandere Anhänger der Doppelwährung kommen und sagenkönnte:ich habe wohl gewarnt." Durch die Goldwährungsind die Gefahren des Abflusses des Goldes durchaus nicht er-