Druckschrift 
Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
326
Einzelbild herunterladen
 

326

durchaus kein abgewiesener war; soweit ich zu beurteilen imstände war, und wenn mich meine Sinne und mein Gehörnicht vollständig getäuscht haben, so war eine vollkommeneWillfährigkeit in diesem Sinne bei Bayern vorhanden. Undnun, meine Herren, wenn die einzelnen legalen Schwierigkeitendemnach meines Erachtens auf kein unbesiegbares Hindernisstiessen, so frage ich: ist eine praktische Schwierigkeit vorhanden,dass man eine Bank einsetzt, die Gültigkeit hätte neben denanderen Banken, die bereits bestehen ? Und hier kann ich michauf die Thatsache in der ganzen Welt, wo Banken bestehen,berufen. Die Geschichte der französischen Bank, der englischenBank, der belgischen Bank, sie sind nichts anderes, als dieKonstatierung der Thatsache, dass eine grosse Centraibank ganzglücklich und nützlich und rechtlich bestehen kann nebenälteren Banken; nur muss man sich allerdings mit derjenigenPerson verständigen, welche von vornherein die wichtigste Rollein der ganzen Sache spielt. Man muss es machen wie andereRegierungen, die in einem solchen Falle das Einverständniszunächst gesucht haben, statt Hindernisse zu erwarten und, vorihre Legislative tretend, erst auf die Schwierigkeiten hinzudeuten,die künftig entgegentreten könnten. Meine Herren, als diebelgische Regierung ich glaube, es war im Jahre 1850zwei bestehenden Banken gegenüberstand, und eine National-bank ins Leben treten sollte, verfuhr sie so, dass sie einenprovisorischen Vertrag mit den bestehenden Banken abschloss,dass sie dann vor das Parlament trat, den Organisationsplander neuen Bank vorlegte und dann auf Grund der Genehmigungdieser provisorischen Traktate zu dem Gesetz überging. Wal-es nicht möglich, meine Herren, mit Preussen auf ähnlicheWeise zu verfahren? war die Zeit, die nötig war, um ein sokunstreiches Gewebe auszuarbeiten, wie es der gegenwärtigeGesetzentwurf und die Verständigung mit den verschiedenenRegierungen erforderte, war sie nicht gegeben, nachdemschon so lange von der Sache gesprochen war, um ein Einver-ständnis mit Preussen herbeizuführen ? Meine Herren, wenndas nicht möglich war, so hätte ich wenigstens das Zeugnisvernommen, dass man sich zwar Mühe gegeben hätte, sich mitPreussen vorläufig zu verständigen, dass dies aber leider ausirgend einem Grunde an dem hartnäckigen Widerstand Preussens