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gescheitert sei. Wir hätten vielleicht als Reichstag kein Rechtgehabt, Preussen darüber zur Rede zu stellen, denn ich kennehier keinen Vertreter einzelner Regierungen, sondern nur Ver-treter der Bundesregierung des Deutschen Reichs , — allein impreussischen Landtage hätte man vielleicht Aufklärungen überdie Sache bekommen, und eventuell wären sie derart ausge-fallen, dass wir das Deutsche Reich zur Rede hätten stellenkönnen: warum hast du nicht rechtzeitig mit der preussischenBank dich verständigt? Die preussische Bank, wenn Sie sichdieselbe als Individuum vorstellen, hat doch wohl auch etwaszu sagen, und da wissen wir, wenigstens wird dies von allenSeiten berichtet, dass sie darauf gefasst war, Reichsbank zuwerden. Ich bin fern davon, Preussen exproprieren zu wollenin einer Weise, durch die sein Interesse vielleicht geschädigtwerden könnte; ich will mich auch nicht einmischen in dieFrage, wie es sich mit seinen Bankaktionären abfinden soll, —das ist Sache der preussischen Regierung. Meiner Ansicht nachhätte Preussen unrecht, die Aktionäre recht- und besitzlos zustellen. Allein das ist seine Sache; und sollte es vielleicht einPräcipuum verlangen von dem Reich dafür, dass es ein so kost-bares und gedeihliches Institut ihm als ein fertiges Ding in denSchoss legt — nun, meine Herren, darüber kann man ver-schiedener Meinung sein, vielleicht wehrt sich das preussischeEhrgefühl dagegen, eine Belohnung anzunehmen (Heiterkeit);aber ich glaube, von seiten derer, die dieses köstliche Gut zuerwerben wünschen, würde vielleicht die Zahlung einer Prämiefür dasselbe auf keinen unwiderstehlichen Widerstand stossen.Ich glaube also, meine Herren, auch aus diesem Grunde könnendie Hindernisse, welche der sofortigen Durchführung der Reichs-bank entgegenstehen, nicht als genügende Erklärung der gegen-wärtigen Vorlage dienen.
Was mich anbetrifft, so glaube ich nicht bloss, dass dielebendige Thätigkeit eines Centraiinstitutes in den schwierigenVerhältnissen, denen wir entgegengehen, unentbehrlich seinwerde, dass gerade die Ziele, welche der Gesetzentwurf sichvorsetzt, und welche uns vorhin der Herr Präsident des Reichs-kanzleramts so nachdrücklich wiederholt hat, nämlich die Be-schränkung des ungebührlichen Verkehrs in Banknoten, vielbesser als durch den Mechanismus, der in diesem Gesetzentwurf