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Chinesen. Daher das Wort expensa für Auslagen, Stipendiumfür Sold, libripendes für die Zahlmeister der Armee, daher fernerfür das schwere Geld die Bezeichnung aes grave , as libralis etc.Auch andere mittelitalische Länder hatten diese Erzwährung,namentlich Etrurien und Umbrien. Die Thatsache steht übrigensnicht vereinzelt da. Im Elsass (erzählt z. B. eine Geschichtedes Münzwesens) war am Ende des 10. Jahrhunderts der Pfennigdie Kurrentmünze für gewöhnliche Einkäufe. Er bestand ausKupfer, und 60 wogen eine Mark oder 120 ein Pfund. DerPreis eines Scheffels Weizen zu 60 Pfund war sieben solchePfennige. Einen Beleg aus viel späterer Zeit, dass Kupferseinem Inhalt nach als Zahlmittel und Wertmesser galt, liefertdie Geschichte Russlands . Aus hundertfachen Beispielen wissenwir, dass die im Laufe der Zeiten eingetretenen Gewichtsver-minderungen silberner und goldener Münzen zu unleidlicherVerwirrung und Beschwerde für Handel und Wandel geführthaben. Die russischen Münz -Annalen berichten, dass gleicheUrsache mit gleicher Wirkung am Kupfer erlebt worden ist.Im Jahre 173 5, unter Kaiserin Anna, musste eine Münzreformdurch Umkehr zu vollwichtiger Kupfermünze vorgenommenwerden, ähnlich der, welche am Ende des vorausgegangenenJahrhunderts in England zu Gunsten der Silbermünzen unterNewtons Leitung durchgeführt worden war. In Zukunft solltendanach zehn Rubel ein Pud Kupfer enthalten, und ein späteresEdikt (1757) setzte ausdrücklich das Wertverhältnis von Kupferzu Silber fest, ganz so wie die Länder der Doppelwährung dasVerhältnis von Silber zu Gold gesetzlich aufstellen.
Erz und Kupfer waren also einmal bei ausgebildetemStaats- und Verkehrsleben, wenn auch nicht gerade bei be-sonders verfeinerter Kultur, ein Edelmetall in dem Sinne, wiees jetzt bei uns Silber und Gold sind. Sie haben aber späterin allen jenen erwähnten Herrschaftsbereichen diesen Rang ver-loren und sind in die Klasse der gemeinen Metalle herabge-kommen. So neu und unerhört uns daher auch jetzt noch derGedanke entgegentreten mag, dass dem Silber etwas Ähnlichesgeschehen möge, so zeigt uns doch jener Vorgang, dass der-gleichen Entadelungen stattfinden, und daher unter gegebenenUmständen sich wiederholen können. Wenn wir uns von denallgemeinen Ursachen Rechenschaft geben, unter deren Ein-