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allgemeinen Landesverkehr zu thun hat, lässt sich aus demBeispiel der italienischen Manipulation am einfachsten nach-weisen. Was bedeutete die dem Königreich gegebene Erlaubnis,40 Millionen Silber auszumünzen? In dürren Worten das Recht,an dem Raube, der auf Kosten des Goldmünzbestandes dervier Konventionsländer organisiert wurde, seinen Teil zu nehmen.Nur seinen Teil? Nein, viel mehr! Denn da Italien nicht einmalSilber, sondern nur Papierumlauf hat, so braucht es das aus-zumünzende Silber nicht für sich. Auf ihren letzten Ausdruckzurückgeführt, bestand also die italienische Operation darin, dassdie Regierung mit irgend einem Geschäftsmanne ein Uberein-kommen traf, demgemäss derselbe gegen eine Vergütung, welchedem am Silber zu erzielenden Gewinn entsprach, ihre Quotevon 40 Millionen ausmünzte. Diese wanderten dann in das-jenige Land der Konvention, wo sie am besten zu rentierenverhiessen. Die Masse der italienischen Stücke strömte dahervorzugsweise nach Frankreich, der Rest nach Belgien und derSchweiz . Vorerst trug das französische Verkehrsgebiet die Un-kosten einer Falschmünzeroperation, deren Profit zwischen demitalienischen Fiskus und irgend einem Bankhaus geteilt wurde.In Frankreich genossen bis auf einen Bruchteil der letzten Quotevon 1876/77 die Bankhäuser allein den Profit. Bei der Auskehram Ende der Tage, wenn es gelten wird, die entwerteten Silber-stücke durch vollwichtiges Gold zu ersetzen, werden die Völkerjenen Gewinn, von dem sie nur einen Teil oder gar keinenTeil erhielten, mit verzehnfachten Opfern erstatten müssen.Darum erwogen auch, je nach ihrer Solidität oder Gewissen-haftigkeit, die einzelnen Staaten die Frage, ob sie von der ihnenzugeschobenen Berechtigung thatsächlichen Gebrauch machensollten. Italien , das weder einen eigenen Umlauf zu verderbenhat, noch ernstlich hoffen mag, in menschlicher Zeit zu einemreinen Metallfuss zurückzukehren, nahm die Sache am heitersten.Je mehr Silber man ihm zu schlagen erlaubte, desto schöner.Über die seiner Bevölkerung entsprechende Quote hinaus ver-langte es noch eine Licenz für 20 Millionen, weil es in irgendeinem Winkel das Silber dazu liegen habe und doch verwendenmüsse (natürlich auf gemeinsame Kosten — denn sonst hättees ja am Markt dasselbe als Ware verkaufen können). Belgien enthielt sich vom Jahre 1876 an jeder Silberausprägung; die