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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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Gerechtigkeit gegen Herrn Wolfif verlangt, ihn nicht unter derfremden Firma der Welt vorzustellen. Die von mir gewählteAufschrift möge unparteiisch verkünden, um welches Problemsich beide mit verschiedenem Ergebnis bemüht haben: nämlichum die Frage nach dem wie viel oder wie wenig des Goldesder Zukunft:

Die Schrift, mit der wir uns zuerst beschäftigen, hat grossesAufsehen erregt. Da man in Deutschland den Zweikampf derEdelmetalle, zu welchem wir soeben eine entschiedene und auchwesentlich entscheidende Stellung genommen haben, mit Auf-merksamkeit verfolgt, so konnte es nicht ausbleiben, dass ihreBedeutung nachdrücklich hervorgehoben ward. Auch da, wo'für die Auffassung des Autors der Boden durchaus nicht günstigwar, hat man sich stark, in der That zu stark, von ihr beein-drucken lassen; dagegen ist dem interessanten Material, das inihr ausserordentlich schön gruppiert und mit einem bei deut-schen Fachmännern leider so seltenen künstlerischen Fleiss an-schaulich geordnet ist, weniger Ehre widerfahren, als es bean-spruchen kann. Wie schon angedeutet, wäre das entgegen-gesetzte Verfahren das richtigere gewesen. Die Schlussfolge-rungen sind von sehr zweifelhafter Beweiskraft, aber die ihnenzugrunde gelegte Darstellung aus dem Gebiet der Geologie undMontanindustrie ist sehr verdienstlich. In ihr liegt der Wertdes Buches.

Herr Eduard Süss ist, wenn nicht in Deutschland , so dochin der österreichischen Monarchie zu einem bedeutenden Rufegelangt. In England geboren, kam er früh nach Wien undseiner nach den verschiedensten Richtungen hin bewährtenLeistungsfähigkeit thaten sich bereitwillig alle Pforten des öffent-lichen Lebens auf. Geologe von Fach und vortragender Pro-fessor ist er zugleich Kustos des Museums, Mitglied des Ge-meinderates und des Abgeordnetenhauses. Während seine aka-demischen Vorträge die Jugend bezaubern, reissen seinepolitischen Reden die Männer der parlamentarischen Ver-sammlungen mit sich fort, unter deren Leuchten er gezähltwird. So wird berichtet, und danach begreift sich, dass manihm in der österreichischen Politik eine bessere Zukunft prophe-zeit, als die, welche er dem Golde verkündet. Mit beidenWeissagungen vielleicht stimmt es ganz gut, dass sein warmer