— 399 —
schieden bei dieser Stoffverteilung ihren Vorteil gefunden, undschliesslich braucht man nicht zu fürchten, dass die falsche Moraldieser nützlichen Schilderung irgend jemanden auf Abwegeführen werde. Die Münzrevolution, die sich unter unserenAugen vollzieht, entspringt nicht künstlichen Veranstaltungen,und alle Bemühungen, die darauf gerichtet werden, ihren Kon-sequenzen zu entrinnen, werden zerstieben wie Spreu vor demWinde. Diejenigen insbesondere, welche berufen sind oderwelche zum mindesten berufen sein sollten, die grossen, folgen-schweren Entscheidungen für die Münzpolitik ihres Volkes zufassen, werden bei allem Reiz, den ein Werk wie das vorliegendeauf sie ausüben mag, sich nicht verbergen können, dass es einwenig zu sehr nach der Lampe riecht, als dass wir uns seinerFührung bei dem Tagewerk des Lebens unbedenklich über-lassen dürften. Womit jedoch keineswegs jener ewig wieder-kehrende Vorwurf der „Theorie" gemacht sein soll, mit welchemPlattheit oder Eigennutz sich das Wissen und Nachdenken vomHalse zu halten suchen. Nur das will ich ausdrücken, dass wires hier mit einer Studie zu thun haben, deren Schwerpunkt inder geschichtlichen und naturgeschichtlichen Darstellung liegt.Eben deshalb ist auch ihr Verdienst in derselben Richtung zusuchen. Wenn wir die französisch geschriebenen Arbeiten vonHumboldt abrechnen, giebt es in Deutschland noch keine Mono-graphie, welche, wie die von Süss, eine zusammenfassende Dar-stellung auf diesem Gebiet geliefert hat, und sich an dieSchriften der Engländer Lord Liverpool und Jacob, wie derFranzosen Lenormant (Frangois) und Chevalier anreiht, mit demUnterschied jedoch, dass das neueste Werk weniger als diegenannten dem Münzwesen und mehr als dieselben dem Berg-wesen zugewendet ist.
I.
Gestützt auf die Kenntnis von der Beschaffenheit der Erd-oberfläche, welche sowohl durch das Studium der Natur, alsdurch die Erfahrung des Bergbaues gewonnen wird, entwickeltSüss seine Hypothese, welche wir kurz zusammenfassen, wiefolgt: