Druckschrift 
Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
525
Einzelbild herunterladen
 

525

Bankleitung ihren innigen Dank dafür, dass sie dieser Aufgabeso trefflich nachgekommen sei. Wohlan denn, das heisst dochein Loblied auf die Goldwährung anstimmen. Denn was heisstAufrechthaltung der Währung anderes, als Aufrechthaltung derZahlung in Gold? In Silber oder Papier zu zahlen wäre keineKunst und auch schwerlich als Kunst gepriesen worden. Nein,wir wollen es dankbar anerkennen, dass die Herren von Kar-dorfif, Graf Mirbach und ihre Freunde ihrer Befriedigung undihrem Lob für die Durchführung und Befestigung der Gold-währung Ausdruck gegeben haben und wir verbinden damit dieHoffnung, dass sie sich dieser guten Regung auch in Zukunftnicht schämen werden. Das Lob, welches sie dafür insbesondereso reichlich auf den Scheitel des Bankpräsidenten häuften, seidiesem auch mit nichten verschränkt oder missgönnt; dennwenn schon auch er einmal eine Zeit durchgemacht hat, inwelcher sein Verhältnis zur Goldwährung nicht ganz zweifels-ohne war, so darf man ihn doch schon seit lange zu den Be-kehrten rechnen und sich darum doppelt über ihn freuen.Auch war, was aus seinen Reden zu Gunsten der Goldwährunghervorging, noch ungleich viel wichtiger als die Bekenntnisseder bimetallistischen Wortführer. Wies er doch mit gerechtemStolz darauf hin, dass die Bank sich zur Aufgabe und Ehre vorallem mache, stets nur mit Gold zu zahlen, wo es verlangtwerde, im Gegensatz zur Bank von Frankreich , die sich einAgio dafür bezahlen lasse. Der Enthusiasmus, den unsere kon-servativen Herren bei dieser Gelegenheit für die Bank von Frank-reich an den Tag legten, war überhaupt ein sonderbares Inter-mezzo, und vielleicht wären sie in einige Verlegenheit geraten,wenn man sie einem Examen über den Unterschied zwischender Praxis dieser Bank und der der übrigen grossen Zettelbankender Welt unterworfen hätte. Noch wichtiger als der Hinweisauf die flotte Bereitwilligkeit zur Goldzahlung waren in der Rededes Bankpräsidenten die Andeutungen darüber, dass diesemguten Willen auch die nötige Kraft beigesellt sei; denn daraufkommt es doch am meisten an. Auch mit dieser Kraft sah eseine Zeit lang nicht unbedenklich aus, besonders nachdem dergrosse Fehler der Einstellung der Silberverkäufe im Frühjahr 1879begangen worden war. Aber Zeit und Glück haben uns vonder damals geschlagenen Wunde geheilt. Der Bankschatz, so