Antragsteller ? Auch hier wäre vielleicht eine interessanteEnquete anzustellen. Aber sie würde uns höchstens beweisen,was nicht mehr bewiesen zu werden braucht, dass Aberglaubestärker ist, als alle menschliche Vernunft mit ihren Gründen;und der in den ländlichen Kreisen erfolgreich verbreitete Aber-glaube an das Allheilmittel der Doppelwährung ist es doch,das der Mehrzahl der Vertreter im Hinblick auf ihre Wählerzum Unterschreiben die Hand führt.
Was haben wir nicht alles an sogenannten Gründen anuns vorüberziehen sehen! Im Anfang der siebziger Jahre sagteein mächtiger, bekannter Silberfreund der Börse, Deutschland mit seiner passiven Handelsbilanz werde das Gold nicht fest-halten können. Dann kam die berühmte Weisheit von derkurzen Decke, auf welcher der Name des grossen Kanzlersselbst prangte. Sie ward im Triumphe durch alle Welten ge-tragen und dient vielleicht manchem noch heut zur Unterlageseiner Stellung, obwohl sie inzwischen beinah zu lang gewordenist. Als vor anderthalb Jahren die Silberprägung in Indieneingestellt wurde, prophezeiten ansehnliche Fachgelehrte, nunwerde das Gold nach Asien gehen, und als Amerika die Sher-manbill abschaffte, prophezeiten sie, das Gold werde aus Europa nach Amerika abfliessen. Der Entschluss zur Einsetzung derSilberkommission kam gerade unter dem Druck dieser Prophe-zeiungen zur Reife, wie Graf Posadowsky in der ersten Sitzungselbst erklärte. Und was ist seitdem geschehen? Asien hatfortwährend Gold nach Europa geschickt und Amerika sendetdessen mehr und mehr. Aber ist es nicht mit allen soge-nannten Gründen das nämliche ? Was ist nicht alles der Reihenach als das Heilmittel für agrarische Not verlangt und erlangtworden? Zuerst ein kleiner Getreidezoll, dann ein grösserer,dann der möglichst grosse, dann Branntweinsteuerprivileg, dannZuckerprämie. Und ist der Durst auch nur um einen einzigenTropfen gestillt? Alles, als wäre nichts geschehen! Natürlichwächst mit der Erfolglosigkeit der Glaube an Wunderkuren.Wenn das Getreidemonopol und die Doppelwährung bewilligtwürden, wäre es auch, wie vorher; es würden neue dunkle Er-klärungen für das Übel und neue geheimnisvolle Rezepte her-vorgesucht. Auch die ärztliche Kurpfuscherei hat nicht umsonst