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ihrer persönlichen und geschäftlichen Tüchtigkeit, sich in po-litischen Dingen von der agrarisch-aristokratischen Bewegungzu schwächlicher Subalternität hätten herabdrücken lassen.
IV.
Die Ehre gerettet!
(2. März 1895.)
Das Schlimmste, die zunächst drohende Gefahr, ist einst-weilen beseitigt. Die sachkundigen und gewissenhaften Ver-treter des grossen wirtschaftlichen Getriebes haben die deutscheNation durch rasches Einschreiten vor einer Beschämung ge-rettet.
Es war ein glücklicher Zufall, dass der deutsche Handels-tag auf den 22. d. Mts. einberufen war, und dass der Antragauf Einberufung einer internationalen Währungskonferenz mitseinen Reden, seiner Abstimmung und der ihn begünstigendenwunderlichen Haltung der Reichsregierung wenige Tage vordiesem Termin auch die Gutgläubigsten und Ruheliebendstenaus ihrem Schlaf aufweckte.
So viel Versäumtes zu beklagen ist, man muss dem Handels-tag Glück wünschen, dass er im entscheidenden Augenblickdie richtige Entschlossenheit und den richtigen Ausdruck ge-funden hat. Im vorigen Jahre zu gleicher Zeit bereits war eineabwehrende Demonstration von vielen Mitgliedern begehrtworden. Aber nimmer fehlende Bedenken, verbrämt mit „Wennund Aber", die immer zu haben sind, hatten dazu geführt, dassder Gegenstand von der Tagesordnung abgesetzt wurde. Manbraucht dem damaligen Beschluss nicht die Verantwortlichkeitfür das neuerdings Geschehene in die Schuhe zu schieben. Eswäre nicht minder so gekommen, dass der Kanzler, welcher dieHandelsverträge zu Stande gebracht und welcher die grenzen-lose Frivolität eines bimetallistischen Ansturmes auf Deutsch-lands feste Münzverfassung zu durchschauen gelernt hatte, einesMorgens entlassen und durch einen Nachfolger ersetzt worden
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