Der Verhaftung durch die Nazis ging bis 1933 eine Phase voraus, während der sich Renn pub-lizistisch und als Vortragender intensiv für die kommunistische Sache einsetzt. Nach einerStudienreise in die Sowjetunion im Jahr 1929 folgt 1930 unter dem Titel ,,Nachkrieg" dieFortsetzung seines Erstlings, in der der fiktive Ludwig Renn durch die Novemberrevolutionbegleitet wird.Nach der Haft, während der er wiederholt zum Übertritt zum Nationalsozialismus aufgefor-dert wurde, flieht Renn in die Schweiz und geht von dort nach Spanien, wo er als Stabschefder 11. Internationalen Brigaden an führender Stelle am Krieg gegen die Francisten teil-nimmt und eine Offiziersschule leitet.Nach der Niederlage der Republikaner und der Flucht nach Frankreich kann er dort 1939 auseinem Konzentrationslager befreit werden und 1940 weiter nach Mexiko gelangen.In Mexiko wirkt Renn als Universitätsprofessor für europäische Sprachen und Geschichteund amtiert dort während der Kriegsjahre als Präsident der antifaschistischen BewegungFreies Deutschland.Renn kehrt 1947 nach Deutschland zurück, wo er in den Folgejahren verschiedene Professu-ren an Hochschulen und kulturwissenschaftlichen Einrichtungen innehat und Mitglied des1. Volksrates der SBZ wird.Seit 1952 Mitglied der Deutschen Akademie der Künste und ab 1969 deren Ehrenpräsident wird Renn 1955, dann nochmals 1961 mit dem Nationalpreis für Kunst und Literatur aus-gezeichnet.Ab den 1950er Jahre ist Renn bis ins hohe Alter wieder intensiv schriftstellerisch tätig: Er-wähnenswert sind neben mehreren Jugendbüchern, Romanen und militärhistorischen Ab-handlungen, etwa über den Spanischen Bürgerkrieg(,,Der Spanische Krieg", 1955), vor allemseine Erinnerungen, die in dieser Phase veröffentlicht werden: ,,Meine Kindheit und Jugend"(1957), ,,Zu Fuß zum Orient"(1966), ,,Ausweg"(1967) sowie ,,Anstöße in meinem Leben"(postum 1980).Ludwig Renn starb am 21. Juli 1979. Die Grabstätte von ihm und seine beiden Lebensgefähr-ten befindet sich auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde.18
Dokument (Elektronische Erstveröffentlic [...]
Dann versuche ich manchmal davon zu sprechen, wie der Krieg wirklich ist : Ludwig Renn. Krieger, Autor, Kommunist
Seite
18
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten