74Schicketanz/HeiligenhausDie praktischen Konsequenzen, die diese DFG-Prämissen für dieCorpus-Auswahl nach sich ziehen, liegen auf der Hand und fordern spe-zielle design- und produktionstechnische Vorentscheidungen. FolgendeFaktoren sind hier von ausschlaggebender Bedeutung:Quantität Die Stärke von Hard- und Softwaresystemen bestehtdarin, große Datenmengen erfassen, verwalten und aufbereiten zukönnen. Auf Grund des finanziellen und organisatorischen Aufwandssowie der anzustrebenden, möglichst hohen Nutzerfrequenz solltebei der Auswahl zu digitalisierender Materialien bewusst auf>Masse<gesetzt und Corpora bereitgestellt werden, die wenigstens einigezehn- oder hunderttausend Seiten umfassen. Die technische Infra-struktur muss die problemlose Erfassung und Wiedergabe großer,dabei in der Regel heterogener Datenmengen garantieren, wobei stetsdas oft eingeschränkte, technische Know-how der Bearbeiter zu be-rücksichtigen ist.Simultaneität -Es ist keine übertriebene Schätzung, dass mit Beginnder Förderung eines Digitalisierungsprojekts bis zur Präsentation er-ster Ergebnisse einige Jahre vergehen ein Umstand, der weder dieProjektträger noch die Nutzer befriedigt. Der technische Produkti-onsweg sollte daher zwei kategoriale Bedingungen erfüllen: Erstenssind die einzelnen Produktionsschritte zu modularisieren, so dasssukzessiv autarke Ergebnisse zur Verfügung gestellt werden können.Zweitens darf zwischen der primären Erfassung der Daten und ihrerBereitstellung im Internet möglichst kein Zeitverlust entstehen. Kon-kret bedeutet dies einerseits, dass ein aus diversen Gründenjederzeitmöglicher Projektabbruch der Trägerinstitution keinen allzu großenSchaden zufügt. Andererseits ist technisch zu gewährleisten, dass dasErgebnis jeder Aktion der Bearbeitersofortdem Endnutzer bereitge-stellt wird.Ubiquität -Selbstverständlich müssen die digitalisierten Beständeglobal verfügbar sein, in gleicher Qualität und Quantität wie am Er-fassungsort, unabhängig von individuell genutzten Hard- oder Soft-wareplattformen. Im Netzwerk derverteiltendigitalen Bibliothek, dieüberregionale oder internationale Kooperationen anstrebt, ist fernertechnisch zu gewährleisten, dass die Datenerfassung ohne größerenAufwand von jedem beliebigen Standort aus durchgeführt werdenkann. Dies impliziert, dass die Datenbasis migrationsfähig zu sein hat:Sie muss nicht nur aus Gründen der Langzeitsicherung in anderestandardisierte Formate und Speichermedien überführbar sein; alle
Aufsatz in einer Zeitschrift
"Inseln im Meer des Beliebigen" : Architektur und Implementierung eines Internetportals Deutsch-jüdische Periodika
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten