eint. Mit»Bibliopedia« wurde der prototypische Versuch unternommen, auf derBasis der MediaWiki-Software die Stärken der Einzelalternativen zu bündeln undeine fachspezifische Publikationsplattform aufzusetzen, welche die inhaltlichen,technischen und ergonomischen Erwartungen des Geistwissenschaftlersbezüglich einer Veröffentlichung im Netz erfüllen soll.Die Entscheidung,»Bibliopedia« technisch in unmittelbarer Nähe zur»Wikipe-dia« anzusiedeln, fiel einerseits aufgrund des praxisbewährten Softwareprofilsder»MediaWiki«, ihres Funktionsumfangs sowie ihres ergonomischen Designs,das selbst Laien in kürzester Frist in die Lage versetzt, Texte jedweder Art onlinezu publizieren. Ausschlaggebend war andererseits, dass eine fachorientierte, in-teraktive, allgemein zugängliche Publikationsplattform nach dem Vorbild der»Wikipedia« grundsätzlich dem Prinzip der allseitigen Offenheit folgen muss, umdie Diskursfreiheit der Geisteswissenschaften zu sichern bzw. die Qualität dereingebrachten Einzelbeiträge im Autorenkollektiv zu sichern und womöglich zusteigern. Daraus resultiert ein weiteres Kriterium, das bei der Systemwahl einezentrale Rolle spielte: Bei der Entwicklung der»MediaWiki« als eines verteiltenRedaktionssystems stand, neben der>Philosophie der Offenheit<, die Index-ierung der Inhalte bei Suchmaschinen und bestmögliche Plazierung in den Er-gebnislisten im Vordergrund der Google-Faktor. In dem Maß nämlich, in demein Text Öffentlichkeit erzeugt und mittels automatischer Suchtechniken globalleichter verfügbar ist, wird er als Plagiat unattraktiv. Es reicht aus, eine entspre-chende Textstelle zu>googeln<.Aufgrund ihrer enzyklopädischen Ausrichtung und ihres kollektiven Redaktion-sprinzips eignet sich»Wikipedia« selbst allerdings nur ansatzweise als fachspezi-fische Publikationsplattform ja, will dies auch gar nicht sein: Um den dies-bezüglichen Erwartungen und Anforderungen eines Geisteswissenschaftlers zugenügen, wurde in»Bibliopedia« eine Reihe von Standardisierungen implemen-tiert, die ihr Profil als Fachportal schärfen, das gesamte Spektrum der disziplinei-genen Publikationstypen zulässt bzw. mittels einer ergonomisch optimierten Be-nutzerführung inhaltliche und funktionale Mehrwerte generiert. Dies impliziertzunächst, daß die Artikelkonventionen in»Bibliopedia« weitaus liberaler gehand-habt werden, als es in»Wikipedia« der Fall ist: In dieser Hinsicht werden alsonicht nur objektive>Lexikonartikel< sanktioniert, sondern auch Beiträge autori-siert, die stilistisch und inhaltlich sowohl das konkrete Erkenntnisinteresse ihresVerfassers widerspiegeln als auch in der äußeren Form den spezifischen Erfor-dernissen des Mitgeteilten entsprechen dürfen und sollen. Vordefinierte Ein-sprungspunkte im Portal>Literaturwissenschaft< etwa Autoren, Werke, Epochenund Themen erleichtern einerseits die Plazierung des eigenen Texts gemäß deneinschlägigen Kategorien der jeweiligen Fachdisziplin. Nach dem Prinzip derVisualisierung unterstützt dieses Feature andererseits die Navigation im Ge-samtdatenbestand bzw. dessen systematische, kontextbezogene Anreicherung mitdetailspezifischen Materialien. Die Integration verschiedener Module, z. B. zur181
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Digitalisierungsprojekte, Datenbankportale und Literaturmanagement in den Geisteswissenschaften : Anforderungsprofile – Softwarelösungen – Realisation
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