Aufsatz in einem Sammelwerk 
Digitalisierungsprojekte, Datenbankportale und Literaturmanagement in den Geisteswissenschaften : Anforderungsprofile – Softwarelösungen – Realisation
Seite
182
Einzelbild herunterladen
 

Verschlagwortung der eingebrachten Texte oder normierten Erfassungbibliographischer Titelangaben, erleichtern dabei vorrangig die Dateneingabe,tragen darüber hinaus aber wesentlich dazu bei, dass die statisch-enzyklopädischeModellierung der»Wikipedia« gleichermaßen flexibel wie homogen den beson-deren Interessen geisteswissenschaftlicher Nutzer angepasst wird. Nicht an letzterStelle fällt in diesen Bereich die Alternative, dass Publikationen wie in der»Wikipedia« sowohl im Kollektiv redigiert als auch gemäß geltenden Urheber-rechts ganz oder teilweise gesperrt werden können.***Ziel dieses>Werkstattberichts< war es, aus entwicklungstechnischer Sicht an eini-gen konkreten Beispielen das Einsatzgebiet zu umreißen, in dem Datenbankenheute in den Geisteswissenschaften genutzt werden. Neben Fragen, die der prakti-schen Realisation von Datenbankprojekten und den ihnen zugrunde liegendenAnforderungsprofilen galten, sollte gezeigt werden, dass sich der Anwendungsbe-reich dieser Technologien zunehmend ausweitet und in Zukunft noch stärker aus-dehnen wird: Großvorhaben, z. B. Digitalisierungsprojekte, sind ohne Daten-bankunterstützung nicht denkbar, wobei festzuhalten bleibt, dass sich deren tech-nologische Basis ­ verbunden mit allem zusätzlichen Aufwand und Nutzen ­ inwachsendem Maß spezialisiert, also professionelle Kompetenzen erfordert. Aus-gehend von EDV-gestützten Katalogsystemen>erobern< Datenbanken in denletzten Jahren ferner Publikationstypen, die bislang mangels Alternativen demBuchdruck vorbehalten waren: Fachbibliographien oder Referenzorgane stehendiesbezüglich aufgrund ihrer hochstrukturierten und homogenen Daten an ersterStelle, zumal der>elektronische Zugriff< und moderne Technologien einen erheb-lichen Mehrwert offerieren, den analoge Medien auch langfristig nicht werdenbieten können. Eine zentrale Rolle übernimmt in diesem Kontext selbstverständ-lich das Internet, das potentiell jede Datenbank der Welt standortunabhängig ver-fügbar macht, um als Medium zugleich ­»Wikipedia« und ihre Derivate wurdengenannt ­ Datenbanken als fachspezifische Diskussions- und Publikationsplatt-formen vorzuhalten. Von der wachsenden Popularität und der stetig steigendenEntwickler- und Benutzerfreundlichkeit profitieren schließlich nicht zuletzt dieEndanwender: So werden Datenbanken im Großen nicht nur für Benutzerkreiseanwendungstauglich, denen diese Technologien bislang mangels tieferer Kennt-nisse verschlossen bleiben mussten. Der Trend geht zudem in die Richtung, daßdatenbankgestützte Literatur- und Dokumentenmanagementsysteme immer mehrIndividualanwender finden und die Abkehr von traditionellen Arbeitsprozessen inden Geisteswissenschaften wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.Die Frage nach dem»Sinn und Nutzen von Datenbanken in den Geisteswissen-schaften« stellt sich also vielleicht doch nicht nur rhetorisch: Der Aufbau vonDatenbanken sowie der Umgang mit diesen>Wissenspeichern< prägen undschulen eine neue Art des Suchens, Findens und Verarbeitens von Antwortenund Erkenntnissen. Datenbanken in diesem Sinn wären folglich nicht nur>For-182