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Empirische Studie zur Wirksamkeit sprachlicher Optimierung von Versicherungsschreiben : Forschungsreihe Textverständlichkeit
Entstehung
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Es ist davon auszugehen, dass sich ein Teil von ihnen zum Befragungszeitpunkt in einemStudium befindet.Die Tatsache, dass der Effekt der Briefoptimierung so klar nachzuweisen ist, obwohl dieStichprobe im Vergleich zur Gesamtbevölkerung relativ jung und relativ gebildet ist, bestä-tigt die Relevanz des Themas. Der höchste Bildungsabschluss korreliert weder mit dem Ver-ständnisscore, noch mit der Bearbeitungszeit oder mit dem Imagescore. Es besteht kein Un-terschied in der Verteilung des höchsten Bildungsabschlusses zwischen der Versuchs- undder Kontrollgruppe.Unter Einbezug des Bildungsabschlusses verändert das Ergebnis des Mittelwertvergleichsbzw. der Varianzanalyse nicht.Die Stichprobe ist relativ jung und hat somit wahrscheinlich eher wenig Erfahrung im Um-gang mit Versicherungsschreiben. Bezüglich des Alters ist theoretisch ein U-förmiger Zu-sammenhang zu erwarten. Zunächst verbessert sich die Lesekompetenz für Versicherungs-sprache mit steigendem Alter und einem Mehr an Erfahrung. Ab einem gewissen Alter,wenn die kognitive Leistungsfähigkeit abnimmt, fällt die Kurve wieder ab.Es gibt Grund zu der Annahme, dass mit steigendem Alter und niedrigerem Bildungsni-veau die Schwierigkeiten noch größer sind, als im Rahmen der vorliegenden Studie nach-gewiesen werden konnte.InsiderUm auszuschließen, dass die Ergebnisse durch Teilnehmer verfälscht werden, die besondersviel Erfahrung mit Versicherungsschreiben haben(etwa durch ihren Beruf), wurden die Er-gebnisse dahingehend kontrolliert. Der Anteil der Personen, die selbst(bzw. eine ihnen na-hestehende Person) für ein Versicherungsunternehmen arbeiten oder gearbeitet haben, istmit 14 Personen(6%) relativ klein. Bezüglich der Bewertung des Images und der Bearbei-tungszeit unterscheiden sich diese Personen nicht systematisch von der restlichen Stichpro-be. Die Personen aus dem Versicherungsumfeld schnitten bei der Bearbeitung der Ver-ständnisfragen etwas besser ab als der Rest. Wegen des kleinen Anteils ist der Einfluss je-doch so gering, dass er vernachlässigt werden kann.SmartphoneVermutlich benötigt man mehr Zeit, um den Fragebogen auf einem Smartphone zu bearbei-ten, da das Schreiben nicht ohne zu zoomen gelesen werden kann. Um auszuschließen, dassdas die durchschnittliche Bearbeitungszeit verzerrt, werden die Daten der 35 Teilnehmer(16%), die ihr Smartphone für die Teilnahme nutzten, genauer analysiert.Die Bearbeitungszeit der Teilnehmer, die den Fragebogen auf ihrem Smartphone ausgefüllthaben, beträgt durchschnittlich 341,7 Sekunden(SE= 26.10). Das sind knapp 40 Sekundenmehr, als die Teilnehmer benötigten, die den Fragbogen an einem Computer oder Laptopbearbeiteten. Deren mittlere Bearbeitungszeit betrug 301,9 Sekunden(SE= 10,89). Ein t-testfür unabhängige Stichproben zeigt, dass der Unterschied ist nicht signifikant ist(t(100)= -1.476 p>.05).Schließt man die Teilnehmer aus, die die Umfrage mit einem Smartphone bearbeitet haben,ergibt sich ebenfalls kein signifikanter Unterschied in der Bearbeitungszeit zwischen Ver-