*)(21)(*den wir wenig ausrichten/ weil bißber ſchon eine geraume Zeit ſoviel kluge Koͤpffe/ ſo viel edele Mitglieder der FruchtbringendenGeſellſchafft vergebens daran gearbeitet haben. Was fuͤr Hin-derungen im Wege ſtehen / waͤre anieꜩo zu weitlaͤufftig zu erʒehlen.Ich wil nur dieſes beruͤhren: In Frauckreich redet niemandteutſch/ auſſer etwan die Teutſchen untereinander/ ſo ſich darinneauffhalten; Alleine bey uns Teutſchen iſt die Franꜩoͤſiſche Spra-che ſo gemein worden/ daß an vielen Orten bereits Schuſter undSchneider/ Kinder und Geſinde dieſelbige gut genung reden;Solche eingeriſſene Gewonheit ausʒutilgen ſtehet bey keiner pri-vat⸗Perſon/ kommet auch derſelben im geringſten nicht ʒu. Wirſolten uns lieber derſelben als eines Mittels bedienen / die Gelehr-ſamkeit dadurch fortʒupflanꜩen. Der Jeſuite Bouhours ruͤh-met die Franꜩoͤſtſche Sprache weitlaͤufftig/ daß ſie faͤhig ſey/ ebendasjenige ʒu verrichten/ was man durch die Lateiniſche und Grie-
chiſche ʒu wege bringen kan/ dieweilen/ wie bereits erwehnet von
allen noͤthigen Wiſſenſchafften Bücher genung in FranꜩoͤſiſcherSprache ediret werden. Wir haben ja auch noch gute teutſcheBuͤcher/ obgleich nicht ſo haͤuffig. Warum ſolte es nicht angehen/daß man durch Huͤlffe der Teutſchen und Franꜩoͤſiſchen Sprache/welche letztere faſt bey uns naturaliſiret worden/ Leute/ die ſonſteneinen guten natuͤrlichen Verſtand haben/ in kurꜩerZeit viel weiterin der Gelehrſamkeit braͤchte/ als daß man ſie erſt ſo viel Jahremit dem Lateiniſchen placket. Sprachen ſind wohl Zierratheneines Gelehrten/ aber an ſich ſelbſt machen ſie niemand gelehrt.Man laſſe dieenigen/ ſo Luſt darʒu haben/ und die vom ſtu-diren die Zeit ihres Lebens profeſſion machen wollen/ Lateinund Griechiſch genung lernen/ denen andern aber/ ſo man im ge-meinen Leben brauͤchen wil/ oder die nichts als Franꜩoͤſiſch undTeutſch gelernet haben/ und denen das ſtudiren wegen des Latei-niſchen ſauer und verdrießlich wird / helffe man ohne Verdrießlich- C 3 keit/