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Druckschrift 
Christian Thomas eröffnet Der Studirenden Jugend zu Leipzig in einem Discours Welcher Gestalt man denen Frantzosen in gemeinem Leben und Wandel nachahmen solle? ein Collegium über des Gratians Grund-Reguln/ Vernünfftig/ klug und artig zu leben
Entstehung
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*)(33)(* che und nicht das Weibliche Geſchlecht angenommen. So wun-derlich nun dieſe objection iſt/ ſo wunderlich iſt auch die darauf er-folgete Antwort/ welche wohl niemand errathen wuͤrde/ wenn ergleich noch ſo tieffſinnig meditirte. Er ſpricht: es ſey eine ſon-derbare Urſache/ warumb GOtt das Maͤnnliche Geſchlecht fuͤrdem Weiblichen angenommen habe/ weil nemlich GOTT durchAnnehmung der menſchlichen Natur ſich habe erniedrigen wol-len/ die Manns⸗Perſonen aber unter allen vernuͤnfftigen Creatu-ren die allerverachteſten und niedrigſten waͤren. Eben ſo geſcheidantwortet er an ſelbigem Orte auff den Einwurff/ warumb dennPaulus denen Weibes⸗Perſonen das Predigen verboten habe?Denn er ſagt/ es waͤre deßwegen geſchehen/ weil ſie mehr Ver-ſtand haͤtten als die Maͤnner/ und damit es nicht das Anſehen ge-winnen moͤchte/ als ob das Frauenʒimmer durch ihre Schoͤnheitund natuͤrliche Beredtſamkeit ſo viel Leute an ſich ʒoͤgen. Imvierdten Geſpraͤch erʒehlet er/ daß etliche die Meinung behauptethaͤtten/ ob waͤren die Engel etliche hundert Jahr fuͤr der Welt er-ſchaffen worden. Aber dieſe ſchlaͤgt er alsbald mit einer einꜩigenFrage ʒu Boden: Denn/ ſpricht er/ an weſchem Orte hielten ſichdenn die Engel auff/ da noch kein Ort geſchaffen war? u. ſ. w.Dem ſey aber nun allen wie ihm wolle/ ſo ſolcen wir Teutſchenuns doch den von dem Bouhours uns gethanen Vorwurff/ als obwir keine beaux esprits unter uns haͤtten/ nicht nur darʒu an-reiꜩen laſſen/ daß wir deſto eyffriger ihnen das Gegentheil in derThat erwieſen/ ſondern daß wir auch durchgehends ſowohl hohesals niedern Standes/ ſowohl Adel als Unadel / ſowohl Weibes⸗ alsMannes⸗Perſonen uns einen ſchoͤnen Geiſt ʒu erlangen/ ange-legen ſeyn lieſſen/ welches wir ja ſo leicht ʒu wege bringen koͤnten/als die Franꜩoſen/ wann wir nur rechtſchaffene Luſt darʒuhaͤtten.

E End⸗