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Versuch Von Wesen des Geistes Oder Grund-Lehren, So wohl zur natürlichen Wissenschafft als der Sitten-Lehre : Jn welchen gezeiget wird, daß Licht und Lufft ein geistiges Wesen sey, und alle Cörper aus Materie und Geist bestehen, auch in der gantzen Natur eine anziehende Krafft, in dem Menschen aber ein zweyfacher guter und böser Geist sey / Auffgesetzet und allen Wahrheit liebenden zur Prüfung übergeben Von Christian Thomasen
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185
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des Geistes ?. Hauptstuck. 185

wir von demUnterscheid desGeists derThiere vondenen andern Geschopffen oben gelehret.

1K. 176. Was aber die Thiere betrifft/so istdie Krafft des Magens darinnen von den Thierenunterschieden/ daß der Mensch so viel rohe Sa-chen wie das Vieh nichtwohl vertragen kan/son-dern sich seine Speise dasBrod erst zurichten/unddas Getrancke / wenn es auch Wasser ist/ erstlichkochen muß/wiewohl es doch auchMmschen giebtdie sich mit blossen Wmtzeln und Wasser erneh-ren können.

177. DieKrafft des Gehirnes ist von de-inen Thieren unterschieden / daß der Mensch ver-^ mittelst der Gedancken nicht allein diegegenwar-tigen Dinge in seiner Einbildung fassen / sondernauch vermittelst der »bNrzÄionen und Begriffde-^er Universslium oder i6een auch von abwesen-den/ vergangenen und zutunfftigen Dingen den-ckenkan/daßerzehlen/rechnen und eines aus demandern schliessenkan.

'rl'. 178. Die Krafft des Hertzen bestehet dar^innen / daß da die Thiere von Natur keine Feind-schasst zusammen tragen / der Mensch von Natureinen andern Menschen nicht liebet/ wohl aberviele hasset/ und da dieBegierden der Thiere zuihren Unterhalt und Daurung gerichtet seyn / derGeist des menschlichen Hertzens zwar eine Dau-rung verlanget / aber alle Begierden des Men-schen denfelbigenruiniren >- ja/daß da die Thierevon einer Art einerley Begierden und zwar dieM 5 gantze