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Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
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Ueber die Erfindungsqeschichte

In Italien hieß ihre Kunst um 1441 schon ^rte et menier cielle ra»-/e e/aitt/'/V/e, und die Waare, welche sie verfertigten, Larte cia xuZsr e ^Att^und /avo^e^io^/?5!M/i!a'o e cie/in^o in teils e in carts; cart» 6a?uAnie, e /t?vo»'e?'l'o /nAo n ^k«e//o e

In Frankreich wurdei? sie genannt saures!Oominotiers, l'aiUsurz et^k'lmezt»-/ ^^i/?o/? s^, Z?///?;--/»^?^/ ?eintiex et (?r^veuis en Kois,

(.Urtiers, und inachtcn ein besonderes Corps einer Profession aus 5).

Und in den Niederlanden waren denn dieß die ?i enteis, VerlicKters,(Drucker, Illuministen,) welche hernach unter den veränderten Namen »eiliZen-krinterr, ?lAuer-8nväer8, t'iAuer - Printers, KeeIc?cKens-?rinteiL , N^et-8n^äei!,

kj-iet - vruKKei-5, Lae-te - 8j?ei - m^eis, Heiligeudrucker, Figurenschneider,Figurendrucker, Bilderdrucker, Holzschneider, Holzdrucker und Karten-macher bekannt wurden? Wenn van Madem sagt, daß vor Alters meist alle?l2et-8n)-(lers auch Lcliilclers gewesen sind, so erwähnt er auch ihre hinterlaßnen?rinten oder Abdrücke; und den Heinrich Golz nennt er 8cKi1äer, klsetni^äer,en (?l2L-8c^r)'ve!-.

Herr de Roches, der im Grunde der Meynung seines Freundes beypflichtet,meynt, wenn man auch allenfalls gleichgültig zugeben wolle, daß diese angeführteStelle allein die Holzschneider angehe: so sey es doch nicht gegen das Alter derBuchdruckerei) zugebrauchen, weil sie eigentlich doch nur Eine Erfindung sey, wieman aus dein 8pecu1o saIv»tion--> und andern Büchern gleicher Art überzeugt werdenkönne, und wie er in der Folge zeigen wolle. Allein er irrt abermals, durch eineunrechte Vermischung der Gegenstande mit einander.

Wenn in der Folge der Zeit, nachdem die Buchdruckerey erfunden war,Künstler, welche in Hervorbringung ihrer so ahnlichen Werke, als die Abdrücke sind,einander so nahe kamen, ob sie gleich in der Grundlage der Kunst sowohl, als in derAusübung selbst sehr von einander abgehen, ihre Künste zuweilen mit einander zuvereinigen suchten: so war es dabey nicht einerley, und nicht eben dieselbe Kunst;und sie giengen gemeiniglich zuletzt von ihrer unvollkommnern zu der vollkommnemKunst ganz über. Wir haben davon überall die namhaften Beyspiele sowohl inDeutschland und Frankreich , als selbst in den Niederlanden. So wurden imfünfzehnten lind sechzehnten Jahrhunderte zu Nürnberg, Erfurt , Bambcrg und

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