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der Buchdruckerkunst. 5
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I.
6^ie erste neue Meynung von dem Urheber der Buchdruckerey findet man m«^»^ dein Werke ^rima ^iomul^3/ione 6e'^iidri in?iieu/.e, le/ione ilrorica6i Oo?«W/5t)7l5K,!»i^c.2) welches zu Florenz ^ aus der Druckerei) des Pictro Gaeta-no Viviani, I?6l in 4to herauskam. Manni will behaupten, daß Johann Fust kaum zu Mainz die Buchdruckerkunst erfunden gehabt, als ein Goldschmidt zu Florenz ,Namens Bernard Cenninl, ebenfalls auf die Gedanken gekommen sey, Buchstabenerhaben auf Stahl zu schneiden, um damit Schrift, nach Art der Siegel bey den al-ten Römern, zu drucken. Dieser Bernard sey 1412 gebohren, und habe seinemSohne Domilüco das Geheimniß, Stempel auf Stahl zu schneiden und Buch-staben daraus zu machen, mitgetheilt. Durch diese Erfindung habe man 1471 das
Leben der Katharine von Siena, und 1472 den /^>F?7tttm mit dem Commen-tar des Servius herausgegeben.
Allein man gönnte auch in Italien nicht einmal dem Verfasser dieses Werkesseinen Einfall zur Ehre von Florenz in fo spaten Zeiten, sondern wollte es den altenBewohnern des Landes lieber gönnen. Die Verfasser des Florentinifchcn gelehrtenJournals rückten bey der Bekanntmachung dieses Werkes ein Schreiben desv.Ludov.Coltelll'ni zuCortone, an einen seiner Freunde, vom I5ten Julius im Jahre 1761 ein,in welchem er Nachricht von einem gebrannten Steine aus dem Alterthume giebt, dersich in dem Besitze des Maltheser-Ritters Iovan. Semini Cnccmli. befand, undauf dem eine Aufschrift in Etrufeischer Sprache steht, die nicht nach der gewöhnlichenArt dieser Monumente, sondern durch Formen von einzelnen Buchstaben hervorge-bracht ist. Ein jeder Buchstabe schiene mit einer eignen Forme gemacht zu seyn,weil man immer eben denselben Buchstaben mit feinem unterfcheidenden Merkmalewiederfände, welches nicht fcyn könnte, wenn man nicht dazu immer denselben ein-zigen Buchstaben gebraucht hatte. Der Verfasser des Schreibens mcynt daher, daßdieß nothwendig einigermaßen den Ruhm Johann Fllstö verringern müßte, da dieKunst, mit Buchstaben zu drucken, schon den alten Etruriern bekannt gewesen sey.
Wenn man auch diese Art, Buchstaben und Figuren auf weiche Massen zu druk-ken, welche man hernach an der Sonne trocknete, oder im Feuer harr machte, fürVorlaufer der Druckerei) annehmen wollte: so irrte gleichwohl Coltellllll, wenn er
A z sich
s) Ich qebe diesen Auszug, in Ermange- Ivurnal 6es Lcavans im Iunius 176-lung des Italiänischen Werkes selbst, aus dem x. 124. le^.