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Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
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Ueber die Ersindungsgeschichte

sich einbildete, daß die Etrurier davon Erfinder wären. Dieser Gebrauch war al-ter, und schon denEgyptiern bekannt; undNl'eblthr hat bey seiner Reise durch Egyptenauf diese Art bedruckte Schcrben gesunden welches Kunstwerk unstreitig in einemlande, wo der erste Sih der Künste gewesen war, ein größeres Alterthum vermuthenlaßt, als es der Etrufciscbe Ziegelstein beweisen will, wohin die Künste erst durch einenUmweg gekommen sind.

Wenn dieß den Weg zu unserer Druckerei) hatte bahnen sollen, so müßten esschon die lange vorher bey den morgcnlandischcn Völkern im Gebrauch gewesenen Sie-gelringe gethan haben, welche sogar mit starker Dinte, also mit einer Art von Farbe,aufgedruckt wurden c). Die Druckerei) rückte aber in den nachfolgenden Zeiten ineine nähere Verwandtschaft mit einem ihrer wirklichen Vorläufer, den Stamplllen;und derselben Aehnlichkeit in Nachahmung der Handschrift und des Drucks auf Perga-ment und Papier, mit den Werken und der Ausübung der Buchdruckers«), giebt An-weisung, den Weg auszukundschaften, den dieErfindung genommen hat, dieseKunstnach und nach hervorzubringen. Herr Coltellittt hätte also billig einen Unterschiedzwischen dem einfachen Ausdrucke von Figuren aus Thon, dessen Bearbeitern es einer-ley seyn konnte, ob sie die Figur eines Thieres oder eines Buchstabens eindruckten, unddem vervielfältigenden Abdruck einer ganzen zusammengesetzten Schrift durch die..Handdes Buchdruckers machen sollen, ehe er Allsten etwas von seinem erlangten Ruhmezu nehmen sich belieben lassen.

Manni begeht seiner Seits einen andern Irrthum. Wenn Cenllim erst1471 oder 1472 durch seine Erfindung das erste Buch zu Florenz herausgegeben hat,so konnte er drey und zwanzig Jahre nach Fusten nicht Erfinder, aber wohl Nach-ahmer einer neuen Kunst seyn. CeNttini war ein Goldschmidt; und diese ArtKünstler haben, wegen ihrer Verwandtschaft in den mechanischen Stücken der Grund-lage der Buchdruckerey, in den ersten Iahren der Kunst sehr viel zu ihrer so geschwin-den Ausbreitung beygetragen. In Metall graben, Metall durch Punzen treiben,Figuren abformen und gießen, war langst die eigene Beschäftigung der Goldschmie-de, und trieb manchen an, Theil an der neuen Erfindung zu nehmen, da sie so nahean ihre schon gewohnten Arbeiten gränzte. Wenn er also seinen Sölmen Anweisung zuVerfertigung der stählernen Stempel und zum Guß der Buchstaben gab: so gab erihnen Anweisung zu seiner eigenen Kunst, lind zugleich die Anwendung dieser Kunst

auf

d) C. N.'ebuhr, im 'frei, Theile seiner Nei> noch heutiges Tages, wie man aus den Näch-st , S, < 8. ^ richten des Glearms, pocock, Lüvecke «ndc) Dieß thun die morgenlandischcn Völker anderer sehen kann.