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Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
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Ueber die Erfindungsgeschichte

^Ich antworte hierauf, daß dieß ein ungewöhnlicher Sinn seyn würde. Manzeige nur einen einzigen Ort an, ich sage nicht blos in den Registern der Brüder-schaft von St. iucaS, sondern in allen Büchern, in allen Handschriften de6 fünf-zehnten Jahrhunderts, in welchen diefe Art von Druckern unter dem Namen vonkrÄuei-8 (Drucker) vorkommen. Es ist sicher, daß dieß nichts anders bezeich-net, als die Buchdrucker; und man kann nicht beweifen, daß diese Benennungandern Druckern gegeben worden sey."

Die ?Ia->t^uKKer5 (Holzschnittdrucker) wurden genennet Nei1iZe.?rimer8(Heiligen-Drucker), ?>'Zuer-krimers (Figurendrucker), oderLeelcleKKer-s.knu-ter5 (Bilderdrucker), und nicht ?rimer8 (Drucker) schlechtweg. Die Register

sind darinnen so genau, als man wünschen kann. Das Wort Lserte - krinterz(Karrendrucker) findet man überhaupt gar nicht darinnen; sie wurden allezeit(werten - sxel - MÄker-, (Kartenmacher) genannt. Die eottoen.OruKKerz (Kat-tundrucker) oder OruKKer-z Vi-N LtoKen (Leinwanddrucker,) wurden durch die Be-nennung von e!eerii.-rivere (Kleidersichreiber), so wie die Glasmaler durch (ZejAle.fcrivere (Glasschreiber) angedeutet; und ich behaupte nochmals, daß das Wortkrimei-5 (Drucker) nichts anders bezeichne, und nichts anders bezeichnen könne, alseinen Buchdrucker."

Man kann vielleicht sagen, daß, wenn in dem Jahre 1442 Buchdrucker inAntwerpen gewesen waren, man sie in der Acte durch den Namen von LoeK-krln-<ers (Buchdrucker) würde ausgedrückt haben, um sie von andern Künstlern zuunterscheiden, welche auf eine andere Art druckten. Darauf antworte ick) aber,diese Einwendung habe nicht Statt, um daraus folgern zu können, daß weder Mar-tin Ghecraert, noch Kerstiacn, noch Henneke, ncch Matthys van der Goes,noch fünfzig andere, keine Buchdrucker gewesen, weil sie in der Anzeige ihrer Auf-nahme ?1 Intel « (Drucker), und nicht LvcK-xrimerx (Buchdrucker) genannt wor-den sind. Man darf nur eine maßige Kenntniß von der Art und dem Gebraucheder Niederländischen Sprache e) haben, um zu wissen, daß krimer lind LoeK-xrin-rer, oder, wie man heutiges Tages sagt, OruKKer und LoeK-DruKKer, eines und eben

dasselbe

e) Man versteht in Braband und Flandern glaube daher, die Meynung des Verfassers amdurch die t^anA»? k'wmsncie die Vlämiscke besten getroffen zu haben, daß ick die l^suxueSprache, um sie von der -Holländisckcn, I» ?>-zm->n6k? durch lVic^rMno'sclis Sprache, undI^iigu-z tto!l!»icwiss, zu unterscheiden. D' lM, nicht NieSerdemscbe ausdrücke, welches sonstman merke, daß es hier nicht auf den Unter- natürlicher!>yn winde: ich muß hier erinnern,schied zwischen Vlämiscb und -Holländisck an- daß ich die^ auch im Folgenden in Acht qenom«komme, welches zu der Zeit, da die Drucker- nie» habe. Anmerr. des Holländ. Ilebers.kunst ist erfunden worden, nicht paßt; und ich