Ueber die Erfindungsgeschichte
daher sich desto mehr darüber wundem, da in dem Werke des Scriveritts ") dieAnweisung ziemlich deutlich liegt, auf den wahren Laumiz Koster zu spüren; obsie gleich keine Anweisung Zugleich giebt, den Zusammenhang Kosters mit der Erfin-dung der Buchdruckerey zu finden. Der Hr. v. Meermann hat vielleicht unter allenvorherigen und nachherigen Schriftstellern über diese Sache den geringsten Vorsaßgehabt, durch Kunst diese Ehre für sein Vaterland zu erringen, sondern vielmehrnur alles zusammen zu bringen, was dasür aufgestellt oder angewendet werdenkönnte, um diese Ehre mit Wahrheit zu erringen. Da ich viele Jahre, seit derAusgabe seines Werks bis an seinen Tod, die Ehre gehabt habe, mit Ihm in einemvertrauten Brieswechsel über diese Sache zu stehen: so kann ich vielleicht bester, alsjemand anders, von dem Grunde seiner Gedanken, uud seiner Besorgniß um dieWahrheit, urtheilen und Zeugniß ablegen; und ich muß selbst seinen Beystandöffentlich rühmen, den er mir, ohne alle partheyliche Zurückhaltung, bey einerUntersuchung geleistet hat, welche, wegen nothwendiger Vermuthung einer gegen-seitigen Meynung, jeder andere, der diese Tugend weniger besessen hatte, mir würdeentzogen haben.
. Der angenommene Grundsatz, daß die verschiedenen Ausgaben des 8p.ieZel5oMer Ze/^oucieniüc nothwendig in Harlem von Lanrenz Koster gedruckt seyn müssen,hat viel dazn beygetragen, die Harlemische Geschichte so zu bilden, wie sie nun ist.Indessen hatte schon ScnveriuS Merkmale dabey angegeben, die eine zusammen-gesetzte Werkstarte bey Hervorbringung dieser Werke konnten vermuthen lasten; undHr. von Meermann hat diese Vermuthung nur noch größer gemacht. Wenn denndiese Vorlesung des Hrn. de Rocheö sonst kein Verdienst in der Geschichte der Buch«druckereycrfindung hinterlaßt, so verdient er dabey doch deßwegen allen Dank, daß siediese Vermuthung bestätigt, und den Weg eröfiict, den Ursprung dieser Werke zufinden, indem er uns die alte Gilde der Meister in den bildenden Künsten der Brüder-schaft von St. Lucas zu Antwerpen hat kennen lehren, mit welcher Kenntniß auch dievon den Urhebern dieser Werke leicht wird verbunden werden können.
Der Ausdruck des Hrn. de Roches bewegt den Hollandischen Uebersctzer seinerVorlesung zu einer Anmerkung, welche einen der wichtigsten Beweise, daß dieseWerke in Holland , und sonst nirgends, gedruckt seyn müssen, überaus schwächt,wo nicht ganz entkräftet. Er vereinigt die Holländische und Flamandische Mund-art dergestalt, daß er beyde unter den, Namen der Niederländischen begreift; in-dem er versichert, daß zur Zeit der Druckereycrfindung der Unterschied zwischen der
Niederläu-
r>) ^ive^//^, im I^surecrsnz voor I^anreus Kotier, vsn llserlem. ivzz. 4W. x. 11S. 117.