42 Ueber die Erfindungsgeschichte
Dessen ungeachtet würde es unrecht seyn, ohne eine gänzliche UeberzeugungLaurenz Kostern um den Antheil der Ehre zu bringen, welchen er an der Erfindungder Buchdruckerey bey einer so alten Sage, aller Wahrscheinlichkeit nach, habenkann. Ich hoffe noch immer, daß sich mit der Zeit ein Beweis davon entdeckenwird, welcher diese ißt noch bloße Hypothese in der Buchdruckereygeschichte, undderen Zusammenhang mit Mainz so wahr bestätigt, wie die Schöpflinische Ent-deckung in dem Pftimigthurme zu Straßburg den Zusammenhang der Straßbur-gischen alten Sage von der Buchdruckereyerfindung mit Guttenbergen undMainz zeigte, und wie die Antwerpische Gildekammer das Daseyn einer Gesell-schaft von Künstlern in Werken der bildenden Künste, und unter denselben Holz-schneider und Abdrucker der geschnittenen Holztafeln, in dem fünfzehnten Jahrhun-derte bewiese» hat; obschon seiner die Schriftsteller seiner Zeit und seines Orts nichtals Erfinder erwähnt haben.
Es ist hier der Ort nicht, die irrigen Meynungen des Hrn. de Roches beydem Alter der gedruckten Spielkarten, bey der Mainzer Bibel von 1450, demPsalter von 1457, und dem Bibelverkauf Fusts für Manuscripte, zu wider-legen. So sehr es bewiesen ist, daß die Spielkarten im fünfzehnten Jahrhunderteschon eine große Fabrik, und ein weit ausgebreiteter Handlungszweig in Deutschland waren: so unausgemacht ist annoch, bey aller Nachforschung der iiebhaber der Lit-teratur, das Daseyn dieser Bibel. Und hat Fust wirklich eine seiner gedrucktenBibeln für ^188. verkauft, warum soll es deßwegen ein Betrug ^) seiner excolirtenKunst seyn, da es vielmehr der stärkste Beweis seiner vollkommen vollendeten Kunstwar? Herr de Ruches hat den Endzweck verkennt, welchen sich die Erfinderder Buchdruckerkunst bey ihrer Erfiüdungsforschnng vorgesetzt hatten. Sie wolltendie Handschriften cvpiren; und sobald ihre auszuforschende Druckerkunst so weitgelangt war, daß man ihren Druck für Handschrift ansah, sobald war ihre zu erfin-dende Kunst vollendet. Darum aber gaben sie keine stümperhafte unvollkommneProben ihrer Forschung aus; sondern ihre erste Erscheinung war ein ganz vollendetes
Meister-en Karlem, und der Merke, welche aus solcher q) Nach allen Umstanden, und nach allergekommen seyn solleil , unter denen der L^ie- Wahrscheinlichkeit, ist cS mit keiner andern Bibel,xsl onier ZeliouäsnilVs oben an steht, giebt als mit der von 1462, geschehen; also zu einergleichwohl in einen, seiner Briefe an den Hrn. Zeit, da schon mehrere Bücher mit seines Na-voir !Nnrr in Nürnberg zu, daß die Holz- meus Unterschrift, uud mit Bekanntmachungschnitte der >48z bey Koburgern zn Nürnberg seiner neuen Kunst, seit 1458 aus seiner Werk-gedruckten Bibel, von ,480 bis 152z sich in einer statte gekommen waren; und in Frankreich , wo.Wanderung zwischen ^.vlln, Nürnberg undHal- schon ,458 diese, neue Kunst bekannt war, undberstadt befunden haben. S.v. Murr Journal, dejjen Konig bereits um diese Zeit den Münz-VI. TH. x. 2Li. stemxelschneider Jenson abgeschickt hatte, die
Kunst auszuforschen.