6 Nachahmen. Nachthun. Nachmachen.
Lehrling ahmet seinem Meister nach, das ist, er bemühetsich, es auf eben die Art und Weise zu machen, wie essein Meister gemacht hat.
Jemanden ermas nachthun, heißt eben die Hand-lungen verrichten. So könnte man sagen: Diesem, Manne ist von dem Arzte gerathen worden, alle Tagezwo Stunden lang, sich eine starke Bewegung zu machen,und sein Nachbar thut es ihm nach, ob er es gleich nichtnölhig hat. Scanderbeg konnte mit einem Hiebe, demstärksten Ochsen den Kopf abhauen; Der Sultan wolltees ihm nachrhun, allein erkannte nicht, ob er gleicheben den Säbel dazu gebrauchte, und Scanderbeg sagtedarauf: Er habe ihm zwar seinen Säbel, aber nicht sei-nen Arm geliehen. Alexander hatte von Natur den Feh-ler, daß er den Kopf etwas nach einer Seite hangen ließ,und feine Hofleute thaten es ihm nach, die meisten ge,wohnten sich ebenfalls, den Kopf nach einer Seite zu tra-gen. Etwas nachmachen, heißt eben dergleichen Din-ge hervorbringen. Man hat die Pariser Tapeten, unddas Dresdener Porcellän zu Berlin nachge»nacht.
Da man sagt, Minen machen, eine freundliche,eine zornige Mine machen, so kann man auch sagen:Jemandes Minen nachmachen.
Man könnte auch, noch folgenden Unterschied, zwi.scheu diesen Wörtern bemerken. Nachahmen drücketmehr die bloße Bemühung aus. L7?achthlin und nach-machen, zeiget einigermassen an, daß die Bemühung ge-linget. So möchte man sagen können: Themistocles be-strebte sich in seinerIugend schon, dem Miltiades nachzu-ahmen, und in dem mannlichen Alter, that er es ihmnach, ja in vielen Stücken zuvor. Man hat in Berlin das sächsis6)e Porcellän nachgeahmet, würde nur so vielsagen: Man har sich bemühet, dergleichen zu verfertigen,oder zum höchsten, manhatetwaß gemacht, was demselbeneinigermassen gleich kommt. Man hat eö nachgemacht,
würde