8 Zerstreuet seyn. In Gedanken seyn.
Wenn man hingegen den, der in Gedanken ist,auf einen Vorwurfvon mehrerer Wichtigkeit bringet, oderwelcher ihn, vorjeho zum wenigsten, naher angehet, sowird er seinen ersten Vorwurf fahren lassen, und sich mitdemjenigen beschäftigen, womit er sich beschäftigen soll.
Regnard führet in einem iustspiele, einen Menschenauf, der beständig an fremde Dinge denket, und von an-dern Sachen redet, als wovon er reden sollte. Er ver-gißt einen Stiefel anzuziehen, und reitet viele Meilen,nur an einem .Beine gestiefelt. Er fetzet sich in Gegen,wart seiner Geliebten, auf einen Armstuhl, und läßt siestehen, Er siehet sie, für ihren Bruder an, und ver-spricht ihr ein Regiment zu verschaffen, und dergleichen.Diesen Menschen nennet er mit Recht; I.e ciiürait,Den Zerftrcueren.
Ärchimedes war bei der Belagerung von SyracuS,mit Erfindung neuer Kriegeswerkzeuge beschäftiget; DieStadt aber wird eingenommen. Ein Soldai bricht insein Zimmer ein / und gehet mit blossem Degen auf ihnzu. Ärchimedes hat auf nichts anders Acht, als aufdisErfindung womit er beschäftiget war, und sagt nur; I^iturbare circuloü. Ärchimedes war in Gedanken.
5. Zwingen. Nöthigen.
AH>enn wir in eine Nothwendigkeit geseht werden, etwaszu thun, oder zu lassen, oder zu erlauben, so kön-nen wir sagen; Ich bin dazu gezwungen/ und auch:Ich bin dazu genörhiger.
Zwingen aber, ist weit stärker als nöthigen, esführet den Begrif einer Gewaltthätigkeit mit sich, welcheuns wider unseren Willen angethan wird. Man Zwin-ger jemand mit Drohungen, mit Schlägen, und anderngewaltsamen Mitteln. Daher sagt man; Zwangsmit-tel gebrauchen. Ein Mitthäter, wird durch die Torturzur Bekenntniß gezwungen. Der Amtmann zwin-get